Sitzungsberichte

17. 1. 2018

Forstwirtschaft wirft „Gewinn“ ab

Gute Nachrichten brachte Revierförsterin Waldtraud Leinen mit – bei ihrem jährlichen Bericht im Gemeinderat konnte sie von einem „Gewinn“ mit etwas über 12.000 € berichten. Doch es gab nicht nur gute Nachrichten.

Insgesamt war das Jahr 2015 für den Wald im allgemeinen ein schlechtes Jahr. Die anhaltende Trockenheit sowie die Hitze im Sommer machte den Bäumen zu schaffen. Die tiefwurzelnden Bäume wie Eiche, Esche oder Tanne hatten noch bessere Chancen, den Wasserbedarf aus tieferen Bodenschichten zu decken. Aber alle anderen Baumarten litten stark unter diesen Bedingungen. Insbesondere die Fichten verloren im Herbst sehr viele Nadeln, was ihre Vitalität in den kommenden Jahren stark beeinträchtigen wird. Zusätzliche setzte den Nadelbäumen der Kupferstecher, also der kleinere der zwei Fichtenborkenkäfer zu. Die Witterungsbedingungen sorgten für eine starke Vermehrung des Schädlings.Forst

Buchen und Ahornbäume litten ebenfalls unter der Trockenheit. Als Notreaktion warfen diese Baumarten ihr Laub ab. Manche Bäume schlugen im Herbst erneut aus, was möglicherweise das „Aus“ bedeuten kann, wenn der Winter mit Frost die erneut im Saft stehenden Bäume erwischt.

Auch bei den Eschen gibt es noch keine Entwarnung – der Pilzbefall, der zum sogenannten Eschentriebsterben führt, lässt noch keinerlei Entwarnung zu. Eher umgekehrt ist mit dem Absterben vieler Eschen in den kommenden Jahren zu rechnen.

Ein Orkansturm im Frühjahr setzte dem Wald zusätzlich zu und führte zu Fichtensturmholz. Zurückgegangen ist der Befall der Eichen durch den Eichenprachtkäfer – bleibt zu hoffen, dass auch künftig die Verbreitung dieses Schädlings zurückgeht.

Auf dem Holzmarkt sieht die Lage noch zuversichtlich aus. Die Holzpreise sind zwar etwas rückläufig, im Großen und Ganzen aber doch noch als stabil zu sehen. Das Sturmholz vom Frühjahr wurde zunächst in Nasslager verbracht, um den Holzmarkt und damit den –preis stabil zu halten. Auch 2016 ist wieder eine Laubholzsubmission in Schrozberg angesetzt – die eingeschlagenen Bäume liegen bereits im Nonnenwald bereit.

Für den Stadtwald berichtet die Forstfachfrau von guten Ergebnissen. Bedingt durch den Sturmwurf sowie etwas zurückhaltend kalkulierten Einschlagsmengen wurden mit 430 Festmeter rund 100 Festmeter mehr eingeschlagen als geplant. Das führt zu 28.400 € an Einnahmen und damit zu einem äußerst gutem Ergebnis für das Forstwirtschaftsjahr 2015. Die neun interkommunalen Waldarbeiter, die in Blaufelden, Creglingen und Niederstetten angestellt sind, waren auch im Schrozberger Stadtwald eingesetzt. 13 % des eingeschlagenen Holzes wurde als Stammholz verwertet, 68 % wurde zu Brennholz verarbeitet. Das Holz wurde in den Distrikten Herrnschlag bei Lindlein, im Walkberg im Ettetal und in der Striet (Oberloh) aufgearbeitet.

Für das Forstwirtschaftsjahr 2016 rechnet Revierförsterin Waltraud Leinen mit einem ausgeglichenen Haushalt, 16.310 € Einnahmen stehen 16.279 € Ausgaben gegenüber.

Bevor die einstimmige Beschlussfassung über das Ergebnis und die Planungszahlen erfolgte, hatten die Gemeinderäte doch zahlreiche Fragen an die Försterin. So gab sie Antwort zur Herkunft des Eschenpilzes, der nach Ansicht der Fachleute mutiert ist und sich sehr viel radikaler auswirkt. Er muss von Osteuropa bzw. Asien eingeschleppt worden sein.

Eine weitere Frage ging in Richtung Vermarktung. Durch kartellrechtliche Festlegungen müssen die Vermarktung von staatlichem und privatem Holz seit letztes Jahr getrennt werden. Hierauf hat die Forstverwaltung bereits entsprechend reagiert.

Bürgermeister Klemens Izsak stellte abschließend fest, dass die heutige Arbeit im Wald zukunftsweisend zu sehen ist. Aufforstungen und Arbeiten in der Bestandspflege sorgen immer erst in der nächsten Generation für gute wirtschaftliche Ergebnisse. Das Stadtoberhaupt bedankte sich ausdrücklich bei Revierförsterin Waltraud Leinen – der etwa 80 Hektar umfassende Stadtwald, auf viele Kleinparzellen verteilt, ist bei ihr in den allerbesten Händen.