Sitzungsberichte

22. 4. 2018

Schulmensa sorgt für lange Diskussion

Schon sehr lange beschäftigt sich der Schrozberger Gemeinderat mit Überlegungen zum Bau bzw. zur Einrichtung von Räumen für eine Schulmensa. Seit 2012 stand dieses Thema immer wieder auf der Tagesordnung, anfangs noch mit der Idee, den geplanten Büchereineubau in einem gemeinsamen Bauprojekt zu realisieren.

Zwischenzeitlich einigten sich die Gemeinderäte auf die jetzt in der Diskussion stehende Lösung, die Mensaräume im Schulbau unterzubringen. Im Bereich des Altbaus der Schule, der in den 60er Jahren errichtet und bisher noch nicht saniert wurde, könnte im Erdgeschoss durch bauliche Erweiterungen genügend Platz für eine Küche zur Ausgabe der Essen und für die Speiseräume entstehen. Bei weiteren Überlegungen entwickelten das Planungsbüro Fleck, die Schulleitung und die Stadtverwaltung Pläne, die eine Sanierung des kompletten Altbaus berücksichtigen würden.

ABER: die Kosten sind immens – bei einer ersten Kostenermittlung kam Bauingenieur Michael Fleck auf mehr als 4 Mio. Euro. Eine solche Investition kann der Haushalt der Stadt Schrozberg nicht schultern. Aus der Schulhausbauförderung hat das Land ein Fördervolumen von 650.000 Euro in Aussicht gestellt. Zudem wäre über die Ausgleichsstockförderung noch ein Zuschuss zu erwarten, aber die Förderobergrenze liegt bei 1. Mio. Euro. Trotzdem bleiben rund 2,5 Mio. Euro an eigenen Finanzierungsmitteln, die aus der Stadtkasse zu berappen wären. Einen gewissen Charme bietet die Lösung unzweifelhaft, denn damit könnten gleich mehrere „Fliegen mit einer Klappe geschlagen“ werden: der Altbau könnte saniert werden, die Schulmensa bekommt einen optimalen Platz und weitere Räume für den Ausbau der Ganztagesbetreuung können eingerichtet werden – wäre da nicht die immense Finanzierungslast.

So war der Stand schon bei der Gemeinderatssitzung im September. In der neuerlichen Sitzung wurde überlegt, die Maßnahme in mehrere Abschnitte aufzuteilen und so zeitlich zu strecken. Allerdings sind dazu bauliche Aufwendungen nötig, die die Gesamtmaßnahme dadurch verteuern, weil Zwischenlösungen gefunden werden müssen. Baut man nämlich zunächst nur die Räume im Erdgeschoss des Altbaus um, müssen Vorbereitungen für die spätere Installation der Gebäude- und Raumtechnik für die beiden darüber liegenden Geschosse getroffen werden. Zudem wird der Schulbetrieb durch die Baumaßnahmen deutlich länger bzw. zweimal beeinträchtigt werden.

Entsprechend fielen die Wortmeldungen in der Diskussion aus. Einige Gemeinderäte sprachen sich trotz der immensen Kosten dafür aus, die Bauarbeiten möglichst zusammenhängend anzugehen. Eine Aufteilung in mehrere Bauabschnitte könnten sich aber genauso etliche Stadträte vorstellen – allerdings sind hier die zu erwartenden Mehrkosten sicherlich für eine Entscheidung maßgeblich. Weitere Wortmeldungen gingen in eine ganz andere Richtung – nämlich die bisherigen Überlegungen außeracht zu lassen und einfach mit der Standortsuche von vorn anzufangen, möglicherweise wieder als gemeinsames Bauprojekt für Schulmensa und Bücherei. Noch ein Vorschlag war, die Mensa mehr oder weniger an der jetzigen Stelle zu belassen und das Gebäude im Bereich der Pausenhalle zu erweitern. Bei dem Besichtigungstermin, der vor der Sitzung stattfand, wies Bauingenieur Michael Fleck allerdings auf die Schwierigkeiten dieser Lösung hin: die jetzige Pausenhalle ist von der Deckenhöhe nicht ausreichend. Zudem müssten, das ergab eine Begutachtung zusammen mit dem Kreisbrandmeister Werner Vogel, Fluchtwege geschaffen werden, so dass vom derzeit vorhandenen Platz nicht mehr viel übrig bleibt – und was noch dazukommt: der bisherige Altbau bleibt bei dieser Lösung, genauso wie bei einer Neubaumaßnahme – immer noch im unsanierten Zustand.

GROrtsterminMensa2015

Dass sich so keine beschlussfähige Lösung finden lässt, ist nachvollziehbar. Doch leider war es für Bauingenieur Michael Fleck zeitlich nicht möglich, für die jüngste Sitzung die Kosten für eine Aufteilung in zwei Bauabschnitte zu ermitteln.

Damit wird sich der Gemeinderat jetzt kurzfristig und außerplanmäßig befassen – am 7. Dezember treffen sich die Räte erneut und setzen die Diskussion dann fort.