Sitzungsberichte

24. 1. 2018

Flüchtlingsunterbringung in Schrozberg

Durch den starken Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland ist auch der Landkreis Schwäbisch Hall derzeit schwer damit beschäftigt, die zugewiesenen Personen unterzubringen. In Schrozberg konnte der Landkreis bisher schon mehrere Wohnungen anmieten und bringt so 34 Personen unter. In Schwäbisch Hall, Crailsheim, Gaildorf, Blaufelden sowie in Kirchberg gelang es der Kreisverwaltung, Gebäude zu finden bzw. Neubauten zu errichten, um so für eine geordnete Unterbringung zu sorgen. Doch es mussten auch schon Hallen für kurzfristige Übergangslösungen in Beschlag genommen werden.

Bürgermeister Klemens Izsak hält eine dezentrale Unterbringung im Blick auf die wesentlich bessere Integration der Flüchtlinge für die wohl beste Lösung. Im Blick auf den derzeitigen Zustrom reichen diese Möglichkeiten aber nicht mehr aus. Deshalb schlug er dem Schrozberger Gemeinderat vor, dem Landkreis ein Baugrundstück anzubieten – so wie das beispielsweise die Gemeinden Satteldorf und Rot am See ebenfalls getan haben. Die Fläche wäre angrenzend an die Düngemittellagerhalle der LBV und liegt zwar im Gewerbegebiet, aber trotzdem relativ zentral – Schule, Kindergarten und Einkaufsmöglichkeiten wären fußläufig ohne Probleme erreichbar. Andererseits ist die Fläche so groß, dass zwei Gebäude mit jeweils Platz für bis maximal 68 Personen entstehen könnten. Die Gebäude würden durch die Landkreisverwaltung errichtet und betrieben werden – die Unterbringung dort wäre ausschließlich Sache des Landkreises – was aber umgekehrt heißt, dass die Personen nicht auf die Quote, die es für die Anschlussunterbringung gibt, angerechnet werden können.

Die Gemeinderäte folgten mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag – lediglich für die Umsetzung kam der Vorschlag, die beiden Bauteile zwingend zeitversetzt zu errichten. Grund für diesen Vorschlag war eine gewisse Entzerrung bei der Zuweisung, so dass auch die Integration etwas leichter möglich wäre. Dieser Vorschlag kam allerdings dann nicht zur Abstimmung, da bereits für den ursprünglichen Beschlussvorschlag eine deutliche Mehrheit stimmte.

Eine weitere Wortmeldung betraf die Integration – ein Gemeinderat plädierte, dass ein Integrationskonzept durch ein externes Büro erstellt werden soll. Bürgermeister Klemens Izsak verwies auf die bereits gelungene Integration in den 90er Jahren bei der Aufnahme der Deutschen aus Russland. Die Stadtverwaltung weiß sehr wohl, was zu tun ist. Zunächst benötigen die Flüchtlinge Unterkunft und Verpflegung, die Kinder Plätze in den Kindergärten und Schulen Das Erlernen der deutschen Sprache ist unabdingbar. Eine große Herausforderung ist die Bereitstellung von Wohnung und Arbeit. Für den Erfolg der damaligen Maßnahmen spricht die aus heutiger Sicht gelungene Integration, aber auch ein Preis, den Schrozberg damals erhalten hat. Jetzt sind auch wieder positive Bestrebungen in Schrozberg im Gange: es soll ein Freundeskreis mit ehrenamtlichen Personen ins Leben gerufen werden, die sich dann den Neuankömmlingen in Schrozberg annehmen werden – das erste Treffen ist bereits terminiert. Für die schon in Schrozberg aufgenommenen Flüchtlinge laufen schon die ersten Maßnahmen. Es wird ein Deutschkurs durch ein ehrenamtlich tätiges Ehepaar angeboten. Auch die Kirchen sowie etliche Vereine sind schon auf die Flüchtlinge zugegangen.