Sitzungsberichte

24. 4. 2018

Geplante Schulmensa wird teuer

Geplante Schulmensa wird teuer

Schon vielfach hat sich der Schrozberger Gemeinderat mit dem Bau einer Mensa für die Schule beschäftigt, erst zusammen mit dem Büchereineubau oder als eigenständiges Gebäude, schlussendlich aber als integrierter Bauteil innerhalb des Schulgebäudes.

Bei der letzten Diskussion im August diesen Jahres über dieses Thema beschloss der Gemeinderat, auf Basis der Planung von Bauingenieur Michael Fleck die Planung zu verfeinern und insbesondere die Kostenschätzung vorzunehmen. Die Zahlen konnte der Bauingenieur jetzt bei der neuerlichen Gemeinderatssitzung vorlegen, doch in der Größenordnung – es geht um ein Investitionsvolumen von 4,06 Mio. € - hätte das niemand erwartet.

Der Vollständigkeit halber aber gleich an dieser Stelle – es handelt sich nicht nur um die Umwandlung des Erdgeschosses am Altbauteil der Schule zu Mensaräumen mit Einbau einer Küche, vielmehr werden im 1. Obergeschoss Räume für das Ganztagesschulangebot eingerichtet und im 2. Obergeschoss die vorhandenen Klassenräume ertüchtigt. Zudem würde der gesamte 50 Jahre alte Gebäudeteil grundlegend saniert.

In der Sitzung erläuterte Bauingenieur Fleck die Umbaumaßnahme nochmals ausführlich – und er versäumte es auch nicht, auf die Kostenschwerpunkte hinzuweisen. Insbesondere die heutige Raum- und Gebäudetechnik sowie die für die Schule übliche Beleuchtung und Präsentationstechnik kosten richtig Geld. Mit dem Regierungspräsidium konnte schon geklärt werden, dass für den Neubauteil und Umbaumaßnahmen, die als „umrissverändernd“ zu bezeichnen sind, Fördermittel für den Schulhausbau gewährt werden , dies sind nach derzeitigem Stand 650.000 €. Eine Ausgleichstockförderung kann ebenfalls beantragt werden, eine Aussage über diesen Förderanteil ist aber unmöglich. Bürgermeister Klemens Izsak wies vor Beginn der Diskussion ausdrücklich darauf hin, dass eine Sanierung dieses Gebäudeteiles der Schule früher oder später ansteht. Bei früheren Maßnahmen wurden die übrigen Bauteile bereits saniert bzw. instandgesetzt – nur der „Altbauteil“ aus den siebzger Jahren steht noch aus. Rektor Urban Brändle beurteilt die Umbaupläne als absolut zukunftsorientiert. Insbesondere die kleineren Räume für das Ganztagesangebot wären von Nöten. Auch wenn dadurch Klassenzimmer wegfallen, reichen die Räumlichkeiten für die überschaubare Zukunft auf jeden Fall aus – und die drei verbleibenden Klassenräume im 2. Obergeschoss des Altbaus wären sogar als Reserve zu sehen.

Sehr kontrovers war die Reaktion der Gemeinderäte auf diese unerwartete Kostenschätzung. Die CDU-Fraktion sprach sich mit kritischem Blick auf die Kosten dafür aus, nach dem jetzigen Planungsstand zunächst die Fördermöglichkeiten auszuloten. Anders ein Stadtrat der Wahlgemeinschaft für Jedermann, der von Kosten spricht, die sukzessive mehr und mehr geworden sind und jetzt „davonlaufen“. Zugleich zweifelt der auch die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung an und verweist auf Instandsetzungen an diesem Bauteil, die nach seinem Kenntnisstand bereits erfolgten. Die Maßnahme ist aus Sicht der Wahlgemeinschaft für Jedermann nicht notwendig und vor allem nicht finanzierbar. Mit Beschlussanträgen, über die allerdings dann doch nicht abgestimmt werden musste, forderte der Redner zunächst die Reduzierung der Maßnahme auf die Räume, die ausschließlich für den Mensabetrieb benötigt werden; bei einem weiteren Antrag dann auf die Räume, die über die Schulbauförderung bezuschusst werden, also auch mit dem Umbau der Räume im zweiten Obergeschoss für die Ganztagesschule. Der nächste Antrag war dann, die Angelegenheit zu vertagen – damit wäre die Maßnahme auf Hinweis von Bürgermeister Klemens Izsak gleich um ein ganzes Jahr vertagt, weil Förderanträge bis 1. Oktober beim Regierungspräsidium vorliegen müssen.
Gegen diese Vorschläge kam schnell Kritik von den Freien Wählern, die es als widersinnig ansehen, die Mensa im Erdgeschoss einzubauen und den Baukörper oberhalb zu belassen – mit der Gewissheit, dass in ein paar Jahren die Bauarbeiten wieder losgehen müssen und der Neubau möglicherweise beeinträchtigt wird – von den Beeinträchtigungen für den Schulbetrieb mal ganz zu schweigen.
Entsprechend den vielen weiteren Wortmeldungen konnte man absehen, dass die Entscheidung für die Gemeinderäte nicht leicht werden wird. Einerseits sind die Steigerung der Attraktivität der Schrozberger Schule und damit auch die Sicherung des Schulstandortes in Schrozberg absolut wichtig, andererseits ist die Finanzierungslast für den Städtischen Haushalt gerade im Blick auf die vielen anderen Maßnahmen schlicht zu hoch.

Entsprechend dem Verwaltungsvorschlag sprach sich auch ein Sprecher der SPD-Fraktion dafür aus, jetzt zunächst die Fördersituation abzuklären. Der Rest der Gemeinderäte schloss sich an und so gab es einen einstimmigen Beschluss, die Pläne und Kostenberechnung von Bauingenieur Michael Fleck jetzt mal so stehen zu lassen und die Zuschussfrage zu klären.

Schulmensa