Sitzungsberichte

23. 1. 2018
Büchereineubau – Planungsrichtung festgelegt

Büchereineubau – Planungsrichtung festgelegt

Schon lange ist der Neubau eines Gebäudes für die Stadtbücherei Diskussionsthema im Gemeinderat. Zuerst im Zusammenhang mit dem Neubau einer Mensa, zwischenzeitlich als eigene Lösung und mit dem festgelegten Standort auf dem früheren Stabilo-Markt-Gelände in der Bahnhofstraße.

Auf dieser Grundlage hat Bauingenieur Michael Fleck Überlegungen zum Aussehen des Neubaus angestellt. Er präsentierte dem Gemeinderat drei unterschiedliche Entwürfe, die aber alle eines gemeinsam hatten: die Bodenplatte des früheren Stabilo-Marktes, die nach dem Brand übrig geblieben ist, wird dabei weiter verwendet. Das hat Auswirkungen auf die Dimensionen und auf das Aussehen des Gebäudes.

Zwei der Vorschläge von Bauingenieur Fleck waren als Flachdachbauten ausgeführt. Die Unterscheidung ergab sich durch die Aufteilung der Fassade, die bei einem Vorschlag im 2,50 Meter-Raster – beim anderen Vorschlag als 5-Meter-Raster angelegt war. Deutliche Unterschiede brachten die beiden Varianten in der Aufteilung im Inneren des Gebäudes, was beim 5-Meter-Raster sehr viel gefälliger wirkte.

Das war dann auch die Variante, die von Büchereileiterin Anette Brändle favorisiert wurde und die der Gemeinderat mehrheitlich als weitere Planungsgrundlage festlegte. Eine weitere Variante, die 2-geschossig und mit einem Pultdach angelegt war, wurde schnell ad acta gelegt.

Wegen der nötigen Gebäudegröße und -ausstattung hat sich die Stadtverwaltung an die Fachberatungsstelle für Bibliotheken beim Regierungspräsidium gewandt, die ihre Empfehlungen an der Einwohnerzahl bzw. des damit verbundenen Medienbestandes festmacht. Dabei muss zudem berücksichtigt werden, dass künftig auch die Schüler der Schrozberger Schule die Einrichtung als Schülerbücherei nutzen sollen. Die Empfehlung geht von einer Nutzfläche von 350 – 420 qm aus. Zugrunde liegt ein Bestand von 12.000 Medien. Derzeit verfügt die Bücherei über ca. 9.000 Medien auf einer Fläche von 140 qm. Bauingenieur Michael Fleck hält die Nutzfläche mit 310 qm ausreichend. Damit ergibt sich eine vorläufige Kostenschätzung in einer Größenordnung von etwas mehr als 1,1 Mio. €. Bei dem favorisierten Vorschlag sieht der Fachmann die Bauausführung zwar als „reiner Zweckbau“, allerdings sollen noch abgeschlossene Räume im rückwärtigen Bereich des Gebäudes vorgesehen werden, in denen auch andere Nutzungsmöglichkeiten denkbar wären. Das geplante Flachdach als Gründach vorgesehen. Mit einer angebauten Pergola, die in Richtung Schule entstehen könnte, wäre die bisherige Bodenplatte vollständig genutzt.

In der Diskussion im Gemeinderat ging es weiter um die fußwegmäßige Verbindung zur Schule hin, die entweder als Stegkonstruktion, wie es bereits in der Planung noch zusammen mit der Gebäudenutzung als Mensa vorgeschlagen war, oder als Fußwegverbindung, die über den Parkplatz zur Bahnhofstraße führt. Auch die Zahl der Parkplätze bzw. die Nutzung des relativ schmalen Parkplatzes wurde diskutiert. Doch diese Themen haben sicherlich noch nicht die Brisanz, denn mit der Festlegung zum Aussehen des Gebäudes geht es zunächst um eine Ausführungsplanung, die zur Antragstellung auf Mittel aus der Förderung zur Stadtsanierung sowie aus dem Ausgleichstock benötigt wird.

Von Seiten der Wahlgemeinschaft für Jedermann wurde die Finanzierbarkeit in Frage gestellt. Mit der Festlegung zum Bau einer Mensa in der Schule sowie die damit einhergehende Schulhaussanierung, der noch ausstehenden Lösung zur Erhaltung des Freibades sowie vieler weiterer Maßnahmen, die noch in der Diskussion sind, wird der Haushalt der Stadt Schrozberg in den nächsten Jahren wohl stark beansprucht sein. Deshalb sollte eine Entscheidung über die Umsetzung der Bauplanung erst dann erfolgen, wenn auch bei den übrigen Vorhaben Klarheit über den weiteren Werdegang besteht. Bürgermeister Klemens Izsak wies dazu deutlich darauf hin, dass mit der weiteren Planung noch kein Baubeschluss gefasst wird. Allerdings können Zuschussmittel nur mit einer entsprechenden Planung beantragt werden, deshalb ist eine Beschlussfassung durch den Gemeinderat notwendig.

Auch mit der Veränderung in der Medienwelt hat sich der Gemeinderat in der Diskussion befasst. Durch die Nutzung von Internet und digitalen Medien wird sich sicher auch die Zukunft des klassischen Buches ändern. Doch trotz lauter Unkenrufe, die das schon über 10 Jahre prophezeien, erfreut sich der Buchhandel wachsender Zuwachszahlen – so das Stadtoberhaupt. Was die Zukunft bringen wird, bleibt abzuwarten – so einige Stadträte. Schließlich ließe der geplante Bau auch andere Nutzungen zu.

In seinem Beschluss legte der Gemeinderat nicht nur die weitere Planungsvariante fest, sondern ebenso die Fachplaner – die Fachbüros Sausele und Göggerle sollen für Heizung und Elektro einbezogen werden.

Schon am 10. Juli werden sich Fraktionsvertreter zusammen mit der Stadtverwaltung und Bauingenieur Michael Fleck auf eine Besichtigungstour begeben, um noch einige Eindrücke von Musterbeispielen zu bekommen, die bei der Planung dann berücksichtigt werden können.