Sitzungsberichte

26. 4. 2018

Arbeitsgruppe Freibad eingesetzt

Schon seit geraumer Zeit ist eine Sanierung und damit der Fortbestand des Schrozberger Freibades eines der bedeutendsten Themen in der kommunalpolitischen Diskussion. Nach dem Aus durch die Feststellungen des Gesundheitsamtes im Herbst 2013 und die damit verbundene Schließung des Freibades gab es nun schon viele Diskussionen und Entwicklungen.

Eine erste und ganz grobe Kosteneinschätzung der Stadtwerke Crailsheim im Februar 2014 wurde bei der Sitzung des Gemeinderates im März nun doch untermauert – die beiden Fachplaner Gerhard Richter und Jochen Rausenberger vom gleichnamigen Planungsbüro sind - je nach Ausführungsvariante - sogar noch deutlich über die damals genannten Kosten von 1,7 Mio. € hinaus gekommen. Bis 2,2 Mio. € gingen die Summen, die bei der Sanierungsstudie genannt wurden. Doch es gibt auch günstigere Varianten – je nach Größe des Beckens, also 33 Meter bzw. 25 Meter-Bahnen, können 100.000 € eingespart werden. Bei der Ausführung des Becken in Form von Edelstahl oder als günstigere Variante mit spezieller Schwimmbadfolie könnten die Kosten um weitere 235.000 € reduziert werden. Ein Planschbereich für Kinder außerhalb und völlig weg vom Schwimmerbecken kommt auf rd. 400.000 €. Die beiden Planer haben bereits bei der Märzsitzung dringend angeraten, im Falle einer Badsanierung auf diese Attraktivität keinesfalls zu verzichten. Bei der neuerlichen Sitzung im April erneuerte Architekt Gerhard Richter seine Empfehlung, allerdings mit der Maßgabe, dass es sicherlich auch günstigere Ausführungsmöglichkeiten gibt.

Bürgermeister Klemens Izsak unterstrich diese Haltung. Wenn es im Gemeinderat zu einer Mehrheit für die Freibadsanierung kommen wird, soll oder muss für die Kinder ein Planschbereich geschaffen werden – ohne zusätzliche Attraktionen wird es sonst nahezu unmöglich, weitere Besucher zu gewinnen.

Der Verein der Freibadfreunde hat sich hinter die vorgelegte Sanierungsstudie gemacht. Die ehrenamtlichen Aktivisten haben sich im Detail mit der Kostenaufstellung und den Ausführungsvarianten beschäftigt. Viele Positionen haben sie kurzerhand durch Eigenleistungen ersetzt, wobei hier noch genauer zu hinterfragen wäre, ob das in dem angenommenen Rahmen zu leisten ist. Doch es hilft alles schön rechnen nichts – die Aufstellung der Freibadfreunde landet auch noch auf einer Kostensumme von etwas mehr als 1,1 Mio. €, wobei nicht klar, ob alle Einsparungen machbar sind – und: auf den Kinder-Plansch-Bereich wurde bei dieser Berechnung ganz verzichtet.

Die Freibadfreunde haben auch viele Gespräche geführt – mit allen Ratsfraktionen haben sie im Vorfeld zur Sitzung diskutiert und auch zur Sitzung sind viele Interessierte erschienen. Schon bei den ersten Wortmeldungen der Gemeinderäte zeichnete sich ab, dass es viele Punkte gibt, über die man sich noch genauer austauschen müsste. So gibt es unterschiedliche Ansichten über die Bewertung von Eigenleistungen bzw. über die generelle Durchführbarkeit, über Ausführungsvarianten, die der Förderverein hinterfragt bzw. als nicht notwendig ansieht oder über die Notwendigkeit des Planschbereiches.

Wichtig für eine spätere Entscheidung, die dann auf jeden Fall wieder vom Gesamtgemeinderat zu fällen ist, wäre auch die Frage nach Zuschussmöglichkeiten bzw. des Finanzierungsanteils, der später von Seiten der Stadt aufzubringen ist. Die Freien Wähler beispielsweise verwiesen auf den hohen Schuldenstand und die vielen anderen Projekte, die die nächsten Jahre anstehen werden. Die Wahlgemeinschaft für Jedermann hingegen würde die Prioritäten etwas anders setzen und den Mensa- bzw. Büchereineubau zurückstellen – das Freibad sehen sie als wichtigere Einrichtung an. Dass es in Schrozberg niemals ein Luxusbad geben wird, war eine Anmerkung der CDU-Fraktion auf die letzte Presseberichterstattung im Hohenloher Tagblatt, die mit von den Freibadfreunden ausgegangen ist. Die SPD-Fraktion sieht ein Freibad ebenfalls als wichtig an – auch als Einrichtung, die von der Schule genutzt werden kann und bringt die Möglichkeit eines Bürgerentscheides in die Diskussion mit ein.

Dass eine Sachdiskussion mit allen Beteiligten nicht zielführend sein wird, war schnell klar. Insgesamt 6 Gemeinderäte (jeweils 2 von CDU und Freien Wählern sowie 1 von SPD und WfJ) werden sich mit der Stadtverwaltung (2), den Freibadfreunden (2) sowie einem Vertreter des Planungsbüros zusammensetzen und im Detail über die angesprochenen Punkte diskutieren – die Arbeitsgruppe „Freibad“ soll umgehend die Arbeit aufnehmen.