Sitzungsberichte

24. 1. 2018

Gründerhaus im Schloss und Medienhaus im Bürgerforum auf dem Molkereiareal

ierzu begrüßte Bürgermeister Izsak Prof. Schöfl und Herrn Wypior aus Ludwigsburg, die die Planung des Gründerhauses im Schloss und des Medienhauses übernommen hat.

Als erste Aufgabe des Netzwerks ?sha-z? wurden Unternehmen nach ihrem Schulungsbedarf befragt und zugleich wie von ihnen die Initiative der WFG beurteilt wird. Prof. Schöfl gibt dem Gemeinderat ein paar Ergebnisse aus der Umfrage der Unternehmen wieder.

Die Schulungs- und Kompetenzzentren wurden positiv von den Unternehmen beurteilt. Dies gilt vor allem für folgende Aspekte, die räumliche und zeitliche Nähe der Zentren, die Flexibilität der Angebote und der Qualitätskontrolle. Sehr hoch eingeschätzt wurde auch der persönliche Ansprechpartner. Weiterhin besteht ein deutliches Interesse an Themen wie Betriebswirtschaft, Kundenorientierung, Dienstleistungen, Führung und Sozialkompetenz. Auffallend ist, dass vor allem kleine Betriebe ihren Schulungsbedarf als nicht sehr hoch einschätzen.

Eindeutig zu erkennen ist ebenfalls, dass Teleserviceangebote nicht allzu großes Interesse wecken.
Die Programmgestaltung muss anhand der Ergebnisse erfolgen. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen soll ein leicht zugängliches Schulungsangebot geschaffen werden. Die Resistenz der Unternehmen und der Bevölkerung muss abgebaut und die Defizite aufgearbeitet werden.

Die verschiedenen Auswertungen zeigen deutlich, dass der Anteil an externen Schulungskursen in Schrozberg deutlich hinter den anderen zurückliegen. Der Bedarf an IT-Weiterbildungen wird deutlich geringer eingeschätzt als bei anderen Städten. Auszubildende mit PC-Kenntnisse liegen in Schrozberg ganz hinten. Langfristig sollte als Ziel gesehen werden dies auszugleichen.

Die Frage, ob die Kompetenz und Schulungszentren als sinnvoll betrachtet werden, haben 87 % als notwendig und auch erwünscht, nur 3 % als überflüssig betrachtet.

Wichtig ist vorerst, die Angebote zu den Unternehmen zu bringen und bereits frühzeitig den Nachwuchs in den Lernprozess mit einzubeziehen, um auch die Lehrlinge auf das Niveau zu bringen, welches im Kreis besteht. Die Allgemeinheit muss mit der Materie vertraut gemacht werden. Die Angebote sollen möglichst nahe am Wohnort und verständlich angeboten werden.

Zum Thema Finanzierung kann Prof. Schöfl sagen, dass eine Förderung nur in Aussicht gestellt wird, wenn die Maßnahme einen modellhaften Charakter aufweist. Für ein Medienhaus bestehen dabei verschärfte Bedingungen, da die Landesstiftung keine "normale Bibliothek" fördert. Es sollen hierbei zwei Komponenten zusammengeführt werden. Zum einen erhält der Ländliche Raum die Chance Standortnachteile abzubauen, die Randlagenmentalität soll verschwinden. Die Jugend erhält Zugang zu Fertigkeiten und gleichzeitig ein Motiv sich Wissen anzueignen. Zum anderen ist die Einrichtung modellhaft durch Angebot und Zielrichtung.

Die jetzige Bibliothek und auch die Schulungsräume liegen nicht ideal. Deshalb hat Prof. Schöfl zusammen mit der Beratungsstelle für Bibliothekswesen ein Raumprogramm für das Medienhaus mit Bürgerforum ermittelt. Es gliedert sich in die Bereiche Verbuchungs-bereich, Erwachsenenbereich, einen Bereich für Wissenschaftliche Dienste, einen Kinder- und Jugendbereich und einen Verwaltungs-bereich. Insgesamt wird eine Nutzungsfläche von 365 qm zugrunde gelegt. Der Bereich wissenschaftliche Dienste soll auf Landwirtschaft, nachwachsende Rohstoffe, Biotechnik ausgerichtet werden. Dadurch erhält das Medienhaus eine Spezialisierung.

Zusätzlich sind in dem Medienhaus Schulungsräume mit 190 qm und ein Bürgerforum mit 209 qm geplant, in dem sich auch relativ kurzfristig Projektgruppen treffen können. Diese Vorstellung wurde vom Sozialministerium und der Bibliotheksstelle abgesichert.

Prof. Schöfl stellt zwei Varianten des Medienhauses mit Bürgerforum auf dem Molkereiareal vor. Durch die Vorgaben des Bebauungsplanes und der derzeitigen Bebauung eignet sich für den Neubau eine zweiteilige Bebauung mit Gelenk, das von der Achse des Weges gequert wird. Die Baufelder ermöglichen eine zweigeschossige Überbauung, die sich aus Funktion und Raumprogramm ergibt. Damit wird eine überzeugende städtebauliche Lösung im vorgegebene Neuordnungskonzept ermöglicht.

Variante A sieht die Mediathek auf der Erdgeschoss-Ebene, das Forum über zwei Ebenen verteilt und die Akademie im 1. Obergeschoss vor. Bei Variante B verteilt sich die Mediathek auf zwei Ebenen im Ostflügel, die Akademie liegt im 1. Obergeschoss und das Forum bildet das Gelenk und erstreckt sich unter die Räume der Akademie im Westteil. Nach städtebaulichen Gesichtspunkten ist die Variante B der Vorrang einzuräumen. Die Anordnung der Mediathek auf zwei Ebenen bietet nach Auskunft der Staatlichen Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen keine organisatorischen oder überwachungstechnischen Nachteile, da ohnehin ein Aufzug für Behinderte erforderlich ist.

Zu den geplanten Umbaumaßnahmen im Schloss referiert Herr Wypior. Die Räume im Schloss sind vor allem für Computer- und "neutrale" Schulungen vorgesehen. Vom hinteren Eingang erreicht man die Schulungsräume im 1. Obergeschoss als auch die Gründerfläche im 2. Obergeschoss. Ziel ist es den Umbau im Schloss mit möglichst wenig Aufwand zu erreichen. Die Flure sollen dabei nicht verändert werden. Im Eingangsbereich ist vorgesehen eine Tafel mit dem Logo "sha-z". Die Wegführung erfolgt auch im Innenbereich über Tafeln. Im Flur wird die Türe am Ende des Ganges entfernt, damit der Flur durch Sonnenlicht belichtet werden kann. Im Flur selber sind Schilder und Lichter vorgesehen.

Wesentliche Baumaßnahmen erstrecken sich auf einen Schulungsraum im ersten Obergeschoss. Hier wird eine Trennwand herausgenommen, damit man zwei gleich große Räume erhält. Der Server wird hier ebenfalls aus brandschutztechnischen Gründen untergebracht. Ein Teil der historischen Wand muss nach Auflage vom Denkmalschutzamt bestehen bleiben. Die Gipskartonplatten wurden von der Decke genommen, dadurch kam eine Stuckdecke zum Vorschein und auch die Räume erhalten eine schöne Höhe.

Im 2. Obergeschoss wird den Gründern der ?rohe Raum? angeboten. Es werden nur Möglichkeiten der Installationsführung vorgesehen. Der Platz reicht für drei Gründerfirmen aus, wobei man hier noch variieren kann, wie die Räume auf die Firmen verteilt werden.

Aus brandschutzrechtlichen Gründen müssen sowohl die Schulungsräume als auch die Bibliothek und die Hausmeisterwohnung mit Brandschutztüren versehen werden.

Die reinen Baukosten für diese Maßnahme belaufen sich laut Herrn Wypior auf 272.000 Euro. Für die Möblierung und die Ausstattung mit Medientechnik müssen 108.000 Euro eingeplant werden.

Die sich hieraus ergebenden Nettokosten in Höhe von 439.000 Euro wurden dem Förderantrag zugrunde gelegt.

Eine Bauentscheidung wird der Gemeinderat erst nach einer Entscheidung über die gestellten Zuschussanträge treffen.