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Bücherei wandert zur Schule

Ebenfalls schon seit geraumer Zeit in der gemeinderätlichen Diskussion ist ein anderer Standort für die Bücherei. Im 2. Obergeschoss des Schlosses liegt die jetzige Einrichtung, die von der Bevölkerung sehr gut und gerne angenommen wird, absolut nicht barrierefrei. Mit Aufzugsanlagen ist dieses Problem nur schwer – zumindest sehr teuer – zu lösen.

Die Idee ging im Zusammenhang mit der Standortsuche für eine Schulmensa in die Richtung, eventuell eine gemeinsame Lösung zu suchen. Mit der Festlegung des Gemeinderates, die Mensa entsprechend dem Vorschlag von Bauingenieur Michael Fleck im Schulgebäude unterzubringen, wurde diese Idee wieder verworfen – im Schulgebäude wäre einerseits nicht der Platz für die Bücherei, andererseits eignet sich das Gebäude aus verschiedenen Gründen nicht als Standort.

Weiter ging es also mit einer Suche nach einer anderen Lösung. In die Diskussion kamen neben dem Gelände in der Bahnhofstraße, das schon von Anfang an als geeignet betrachtet wurde, noch ein Standort in der Stadtmitte – nämlich auf dem Molkereiareal. Aus der Ratsrunde kamen noch weitere Vorschläge wie beispielsweise ein Ladengeschäft in der Bahnhofstraße sowie in der Blaufeldener Straße oder auch das Gebäude der früheren Post in der Bahnhofstraße. Eine genauere Betrachtung dieser Vorschläge bringt allerdings Planer und Stadtverwaltung dazu, diese Standorte aus verschiedensten Gründen als nicht geeignet einzustufen. Auch die Fachstelle für Büchereiwesen, die beim Regierungspräsidium angesiedelt ist, teilt diese Einschätzung: die Empfehlung der Fachleute ist ausgerichtet auf einen mittleren Bestand von 14.500 Medien verteilt auf 435 qm, am besten auf 1 Ebene, dazu Räume für Büro, Stillarbeits- und Vorleseraum – angemerkt: derzeit befinden sich rd. 10.500 Medien im Ausleibestand.

Büchereileiterin Anette Brändle war ebenfalls bei der Sitzung dabei. Für sie wäre ein Standort in Nähe zur Schule absolut wünschenswert. Die Zusammenarbeit von Schule und Bücherei ist ein Projekt, das damit deutlich Aufwind bekommen würde. Andererseits bringt Bauingenieur Michael Fleck als positives Kriterium für den Standort Molkereiareal die Belebung der Stadtmitte in die Diskussion – wobei dort nur eine zweigeschossige Bauausführung zulässig wäre.

Ein Stadtrat der Wahlgemeinschaft für Jedermann wehrte sich vehement gegen eine schnelle Entscheidung. Seiner Meinung nach ist die Diskussion noch nicht entscheidungsreif.

Seine Kollegen von den Freien Wähler und der CDU schätzen das anders ein. Zudem ist die Klärung der Standortfrage maßgeblich für die Kostenschätzung, die jetzt auf den Tisch sollte. Beide Fraktionen sprechen sich für den Standort in der Bahnhofstraße aus.

Von der SPD-Fraktion kamen zweigeteilte Äußerungen – zum einen liebäugelt ein Stadtrat noch mit dem früheren Postgebäude – dem anderen wäre die Belebung der Stadtmitte ein Augenmerk.

Entsprechend fiel dann auch die Beschlussfassung aus – mit den Gegenstimmen der Wahlgemeinschaft für Jedermann und der SPD entschied sich der Gemeinderat für den Platz in der Bahnhofstraße, dem Gelände des vor Jahren abgebrannten Stabilo-Marktes.