Sitzungsberichte

21. 1. 2018

Waldsituation absolut gut

Einmal im Jahr spielt der Stadtwald eine Rolle im Gemeinderat – nämlich dann, wenn Revierförsterin Waltraud Leinen zur aktuellen Situation ihre Erläuterungen macht und die Fragen der Ratsmitglieder beantwortet. Üblicherweise ist das jedes Jahr die erste Sitzung nach dem Jahreswechsel – und so was es auch dieses Jahr.

Ein großes Thema, das zur Zeit hauptsächlich die Forstmitarbeiter bewegt, ist die anstehende „Re-Reform“ innerhalb der Forstverwaltung. Durch gerichtliche Vorgaben im Blick auf kartellrechtliche Probleme muss künftig die Betreuung von Staats-, Kommunal- und Privatwäldern wieder getrennt werden. Bis Ende 2016 hat der Landkreis aber noch Zeit, entsprechende Strukturen zu schaffen.

Zum Zustand im Stadtwald selbst gibt es keine Horrormeldungen. Insgesamt hat dem Baumbestand das trockene und warme Frühjahr zugesetzt. Insbesondere Insekten, die dem Wald immer wieder zu schaffen machen wie beispielsweise der Borkenkäfer, werden häufig zu einem größeren Problem. Doch der Sommer war dann wieder sehr feucht, so dass größere Schäden ausblieben. Aber auch den Eichenprachtkäfer ist so ein Schädling, dem der warme Winter gefallen hat. Etliche frisch abgestorbene Eichen gehen auf das Konto der Schädlinge – wichtig ist die Kontrolle und rasches Handeln bei Befall.

Bei der nach wie vor guten Holzmarktlage konnte Revierförsterin Leinen eine positive Bilanz verzeichnen – bei einem Einschlag von 420 Festmetern, das sind 80 Festmeter mehr als geplant, blieben unter dem Strich 2.400 € übrig, wobei 1.400 € zusätzlich in Wegeunterhaltungsmaßnahmen investiert wurden.

Für 2015 sieht die Forstfachfrau ähnlich positiv. Sie rechnet bei einem geplanten Einschlag von 330 Festmetern mit einem leichten Plus für den Haushalt der Stadt Schrozberg. Die Waldarbeitersituation wird sich beibehalten – 4 Männer aus Blaufelden, Creglingen und Niederstetten kümmern sich um diese kommunalen Wälder und auch noch um die von Schrozberg und Weikersheim.

In der Diskussion kommt Kritik im Blick auf die Holzaufarbeitung auf – die Waldbestände werden durch schweren Maschineneinsatz teilweise sehr in Mitleidenschaft gezogen. Revierförsterin Leinen weiß um diese Schwierigkeit. Wenn aber der Winter so gut wie ohne Frost verläuft ist es auf den durchnässten Waldböden gar nicht möglich, das Holz ohne Flurschäden heraus zu räumen. Eine weitere Frage betraf das Wald- und Baumsterben. Die Revierförsterin konnte keine eindeutige Empfehlung für eine bestimmte Baumart geben. Die Fichte, die groß Einzug in unserem Gebiet gehalten hat, wird aufgrund der Borkenkäferproblematik und der allgemeinen Klimaerwärmung wohl ziemlich aus den heimischen Wäldern verschwinden. Mit dem Eschentriebsterben haben die Forstfachleute auch nicht kalkuliert. Die Douglasie zeigt sich derzeit noch als fast beste Baumart, allerdings gilt die als „Trockenspezialist“. Auch künftig wird man also erst aus „schlechten“ Erfahrungen wieder für die Zukunft lernen müssen.

Der Beschluss über den Waldhaushalt für das Jahr 2015 erfolgte einstimmig.