Sitzungsberichte

20. 4. 2018
Jugendarbeit mit neuem „Frontmann“

Jugendarbeit mit neuem „Frontmann“

Manuel Kutsch hat im letzten Jahr die Nachfolge von Claus Mönikheim angetreten und leitet die offene Jugendarbeit in Schrozberg. Bei der letzten Sitzung des Schrozberger Stadtrates berichtete der „Neue“ über seine bisherige Tätigkeit.

 

Erstes Fazit von Manuel Kutsch war: ich bin gut angekommen. Und das ist nicht ganz selbstverständlich, denn nach 15 Jahren, in denen die Kinder und Jugendlichen von Schrozberg ein gutes Verhältnis zu Dorothea Hachtel bzw. Claus Mönikheim entwickelt haben, ist ein Personalwechsel nicht immer ganz einfach. Zu Pass kam aber, dass mit Marion Degler, die ebenfalls schon viele Jahre im Jugendhaus „Güterschuppen“ mitarbeitet und Jürgen Probst, der als Erzieher ebenfalls schon geraume Zeit da war, weiterhin bekannte Ansprechpartner da waren.

 

Ende Mai endete die Tätigkeit von Jürgen Probst – bis dahin hatte Manuel Kutsch aber das Vertrauen der Jugendhausbesucher gewonnen. Das Angebot hat sich seither nicht gravierend verändert, während der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, sich zu treffen, Sport zu treiben oder auch Hausaufgaben unter Anleitung zu erledigen. Die früher schon angebotenen Aktionen, teilweise zusammen mit Jugendbetreuern anderer Kommunen wurden ebenfalls wieder durchgeführt, sei es Kanufahrten, Radtouren oder die Sommerferienfreizeit. Auch das Angebot zur Prüfungsvorbereitung oder Unterstützung bei Bewerbungen bietet Manuel Kutsch weiterhin an.

 

Doch auch künftig gilt es mit Veränderungen positiv umzugehen. Der Jugendhausleiter soll nämlich Mitte Oktober wieder Unterstützung durch einen jungen Mann bekommen, der seinen Bundesfreiwilligendienst im Güterschuppen antreten wird. Dadurch hofft Manuel Kutsch auf Unterstützung, denn sein Ziel ist es, die Altersgruppe von 12 – 14 für den Güterschuppen zu interessieren – komischerweise ist diese Altersgruppe derzeit nicht so aktiv beim Besuch des Güterschuppens.

 

Die offene Jugendarbeit sieht der studierte Lehrer als zwischenzeitlich unabdingbare Größe innerhalb der sozialen und gesellschaftlichen Verflechtungen an. Gerade zu den klassischen Bindungspunkten wie Schule und Elternhaus hat die offene Jugendarbeit ganz andere Möglichkeiten, die Entwicklung und Persönlichkeitsbildung positiv zu beeinflussen, da die Kinder und Jugendliche freiwillig in den Güterschuppen kommen. Mit Erlebnispädagogik schafft man eine Stärkung des ICH-Gefühls sowie von sozialen Beziehungen auf eine Weise, die mit viel Spaß verbunden ist. Das gibt Jugendlichen Sicherheit und Orientierung, die sonst oft nicht mehr zu vermitteln ist.

 

Den zahlreichen Fragen aus der Sitzungsrunde blieb der Jugendhausleiter keine Antwort schuldig. So sieht sich der Güterschuppen heute weniger als Schaltstelle für die Integration der Kinder von ausländischen Mitbürgern – hier ist eine „gute“ Durchmischung festzustellen, die nicht mehr von Vorurteilen oder Berührungsängsten bzw. sogar harter Konfrontation geprägt ist. Heute ist der Güterschuppen mehr als Erziehungs- und Elternersatz gefragt. Zum Besuch der offenen Zeiten kann Manuel Kutsch berichten, dass das Angebot immer angenommen wird, wenn auch die Besucherzahl – zumeist wetterabhängig – variiert. Neue Entwicklungen bedürfen auch neuer Abstimmung und Anpassung in der Arbeit, so wird das Angebot der Schule in Richtung Ausweitung der Ganztagesbetreuung auf jeden Fall auch Auswirkungen auf die Öffnungszeiten des Güterschuppens haben. Mit der Schule findet ein regelmäßiger Austausch statt – schon bedingt über die Person von Marion Degler, die ja als pädagogische Assistentin einen guten Draht zur Schulsozialarbeiterin Doro Hachtel hat, mit der sich auch Jugendhausleiter Manuel Kutsch regelmäßig austauscht.

 

Bürgermeister Klemens Izsak bedankte sich bei Manuel Kutsch für seine vorzeigbaren Erfolge in der Schrozberger Jugendarbeit. Unter Beifall der Gemeinderäte wünschte er ihm auch künftig eine glückliche Hand für seine nicht mehr wegzudenkende Arbeit.