Sitzungsberichte

23. 1. 2018
Freibad - teuer oder unbezahlbar

Freibad - teuer oder unbezahlbar

Nach der Diskussion um den Fortbestand des Freibades im Zuge der Haushaltsplanberatung vor gut einem Jahr haben sich die Fakten grundlegend geändert.

 

Im letzten Jahr kam das Defizit in den Focus der Diskussion – zwischen 60.000 € und 70.000 € war einigen Stadträten zu viel für die wenigen Monate, in denen dann tatsächlich das Bad genutzt werden kann. Nach der Besichtigung im Winter hat sich eine Initiative gebildet, die mit einer Unterschriftensammlung den Erhalt des Bades forderte.

 

Doch das ist alles Makulatur –im letzten Herbst kam nämlich das Gesundheitsamt zur Kontrolle. Dabei wurde festgestellt, was sowohl im Gemeinderat als auch bei der Stadtverwaltung schon länger bekannt ist: die Badeeinrichtung entspricht in so gut wie allen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Bäder. Aufgrund dieser Tatsache verlangt das Gesundheitsamt erhebliche Änderungen, die nicht ganz einfach umzusetzen sind.

 

Deshalb muss das Bad auf jeden Fall in der Saison 2014 geschlossen bleiben – hierauf wurde bereits mehrfach hingewiesen.

 

In Kooperation mit den Stadtwerken Crailsheim wurde jetzt eine Planung ausgearbeitet – die Zusammenarbeit besteht im Rahmen des „Bäderpools“ seit vielen Jahren. Diese Planung wurde dem Gemeinderat – und vielen interessierten Zuhörern, die nur wegen des einen Themas da waren – vorgestellt. Jürgen Breit und Peter Bechtel konnten nichts schön reden – von den jetzigen Einrichtungen des Bades kann nichts bleiben. Selbst das „Loch“ des jetzigen Beckens muss mit einem ordentlichen Fundament ausgestattet werden. Die Größe des Beckens sollte zudem der Besucherzahl angepasst, also verkleinert werden – die Besucherzahl liegt bei etwa 50 – 100 Besucher pro Öffnungstag. Auch die gesamte Technik- und Heizanlage muss geändert/erneuert werden. Genauso die Umkleideräume und der Kioskbereich. Die vorgeschlagenen Maßnahmen bedeuten also Abriss des jetzigen Bades und damit ein kompletter Neubau. Das kommt finanziell nicht ganz billig – die Kosten liegen nach einer ersten Schätzung der Stadtwerkemitarbeiter bei 1.700.000 € für die Investition.

 

Die laufenden Kosten für Betrieb, Unterhalt und Personal würden dabei auch steigen – Bürgermeister Klemens Izsak befürchtet, dass der Etatansatz künftig dann doppelt so hoch ausfallen müsste. Und will man das Bad attraktiver machen und die Öffnungszeiten ausweiten, dann kommen weitere ungedeckte Personalkosten dazu.

 

Die Stadträte erkundigten sich bei den Fachleuten der Stadtwerke nach den Entwicklungen in Goldbach. Dort bestehen genau die gleichen Probleme und derzeit versuchen engagierte Bürger, einer Schließung entgegenzuwirken. Die Frage nach möglichen Fördermitteln mussten die Fachleute abschlägig beantworten. Umgekehrt befürchtet Bürgermeister Klemens Izsak, dass bei anderen Förderanträgen wie beispielsweise auf Mittel aus dem Ausgleichstock ein Freibadbau negative Folgen haben könnte. Einige Stadträte können sich einen Badebetrieb künftig nur dann vorstellen, wenn sich auch in Schrozberg Bürger mit Geld und Tatkraft finden, um das Vorhaben zu unterstützen – und ein Teil der Stadträte sieht die Investition als nicht umsetzbar an.

 

In einer der kommenden Sitzungen soll die Diskussion fortgesetzt werden – möglicherweise kommt es dann schon zu einer Entscheidung über den Fortbestand eines Freibades in Schrozberg – wobei klar ist, dass 2014 kein Badebetrieb möglich ist !!!