Sitzungsberichte

20. 4. 2018

Standortsuche für Mensa und Bücherei einen Schritt weiter

In seiner Sitzung vom 24. Juli 2013 hat der Gemeinderat Bauingenieur Michael Fleck beauftragt, verschiedene Vorschläge zum Bau einer Mensa für die Schule verbunden mit dem Neubau für die Bücherei auszuarbeiten. In der damaligen Sitzung konnte die Stadtverwaltung berichten, dass es für den Mensabau Fachfördermittel für Schulhausbau geben kann. Für einen Büchereineubau gibt es keine spezielle Fachförderung. Je nach Standort könnten Mittel aus der Stadtsanierung fließen. Zudem könnte die Stadt über die Ausgleichstockförderung weitere Fördergelder beantragen.

 

In der letzten Sitzung vor Weihnachten stellte Bauingenieur Michael Fleck nun seine Ergebnisse vor. Vorab erläuterte der Fachmann zunächst seine Überlegungen zur Nutzung der beiden Einrichtungen. Denn die Mensa muss nicht allein dem Schulbetrieb dienen – auch die Bücherei kann durch die Räumlichkeiten profitieren: Büchereinutzer könnten so mal die Gelegenheit zu einem Kaffee nutzen oder auch Veranstaltungen wären dort möglich. Die Schule wiederum profitiert von der Nähe zur Bücherei, denn es ist erklärter Wille von Schulleiter Urban Brändle, die Schüler wieder mehr zur Nutzung von herkömmlichen Medien zu bewegen – die Bücherei könnte also auch als Schülerbücherei genutzt werden.

 

Eine erste Variante sieht einen Neubau gemeinsam für beide Nutzungen auf dem freien Gelände zur Bahnhofstraße hin (früher Stabilo-Markt) vor. Dort wäre ausreichend Platz, so dass schon ein einstockiges Gebäude ausreichen würde. Bedingt durch die Anordnung könnten dann Räumlichkeiten gemeinsam genutzt werden – z.B. könnten Büchereibesucher auch mal einen Kaffee trinken oder bestimmte Aktionen können in – notfalls abtrennbaren – Räumen der Mensa veranstaltet werden. Auch sanitäre Einrichtungen stehen beiden Nutzungen gemeinsam zur Verfügung. Untersucht werden muss bei dieser Variante noch die Anbindung von der Schule her – im Plan gelöst über einen Steg, der als Weg das Gelände zur Schule hin zugänglich macht. Vorteil bei dieser Variante, das ergab sich in der nachfolgenden Diskussion, ist die Lage des Gebäudes im Sanierungsgebiet. Zudem bieten direkt am Gebäude befindliche Parkplätze Besuchern der Bücherei kurze Wege. Auch die Lage zur Bahnhofstraße hin ist für die Erkennbarkeit der Bücherei durchaus positiv.

 

Die zweite Variante wäre ein Baukörper auf dem Hanggelände vor der Schule. Bauingenieur Michael Fleck würde dort dann aber ein 2-geschossiges Gebäude platzieren, unten die Bücherei, oben die Mensa. Aus Gründen der Barrierefreiheit muss in diesem Fall ein Aufzug vorgesehen werden. Für und Wider wurden auch hier in der Diskussion schon mal angesprochen. Die Lage der Bücherei ist nicht ganz so optimal – zum einen sind keine Parkplätze direkt am Gebäude und auch die Wahrnehmung für Besucher ist nur eingeschränkt möglich. Problem könnte auch die Finanzierung bereiten: für die Büchereinutzung scheidet die Sanierungsförderung aus.

 

Die dritte Variante unterscheidet sich von den beiden vorherigen dadurch, dass die beiden Nutzungen separat platziert werden. Die Mensa könnte nämlich durch einen Anbau an der oberen Pausenhalle am Altbau der Schule Richtung Süden Platz finden. Das brächte für den Schulbetrieb den Vorteil, dass die Mensa innerhalb des Gebäudes läge und nicht über ein Verlassen des Schulgebäudes zu erreichen ist. An dieser Stelle die Bücherei ebenfalls noch unterzubringen, macht keinen Sinn.

Möglich wäre ein Neubau für die Bücherei alternativ auf dem Gelände zur Bahnhofstraße hin, wie bereits dargestellt – oder auch im vorderen Bereich des Platzes zwischen Schule und Schafsee.

 

Für alle Varianten gibt es Für und Wider – und je nach Gewichtung kommt man so zu unterschiedlichen Lösungen. Dementsprechend facettenreich war auch die Diskussion im Gemeinderat. Schulleiter Urban Brändle sieht als Vorteil beim Anbau der Mensa an die Schule entsprechend der dritte Variante, dass sich die Wege innerhalb der Schule nicht ändern würden. Zwischenzeitlich hat die Mensa doch einen festen Platz im Schulalltag und wird von den Schülern sehr rege genutzt – was der Verdienst von Erika Oberndörfer ist, die nun zusammen mit Beate Östreicher für ein gutes und breites Angebot sorgt und sehr engagiert bei der Sache ist – das Lob des Schulleiters ist absolut verdient.

 

Büchereileiterin Anette Brändle könnte sich mit allen Vorschlägen anfreunden. Für sie sich nur wichtig, dass die Bücherei als solche im Ort wahrgenommen werden kann und dass Besucher kurze Wege haben. Zudem sollte gewährleistet sein, dass Lärmbeeinträchtigungen möglichst auf ein Mindestmaß reduziert werden – was auf die erste Variante anspielte, wenn Mensa und Bücherei unter einem Dach auf einer Ebene wären.

 

Weitere Überlegungen gab es auch von Seiten der Stadträte. Eine davon war die Nutzung vorhandener Schulräume, die ja durch die zurückgehende Schülerzahl zur Verfügung stehen müssten. Doch das wird nichts- durch die Änderungen im Schul- und Betreuungsangebot werden alle vorhandenen Räume benötigt. Dabei konnte der Schulrektor gleich noch eine positive Kunde vermelden: nach den derzeitigen Entwicklungen ist damit zu rechnen, dass Haupt- und Realschule künftig zusammen genommen werden, so dass ein Bangen um den Schulstandort Schrozberg nicht mehr nötig ist.

 

Eine andere Idee wäre die Nutzung der früheren Hausmeisterwohnung, allerdings wäre das nur umsetzbar bei der dritten Variante, weil der dadurch gewonnene Platz nicht ausreichen wird, um alles unterzubringen. Bauingenieur Michael Fleck hatte diese Variante noch nicht weiter betrachtet.

 

Von mehreren Stadträten wurde klare Favoriten für die Lösung und Umsetzung geäußert während Bürgermeister Klemens Izsak alle Überlegungen für umsetzbar befand. Doch in der Sitzung ging es nur um ein erstes Meinungsbild, nicht um eine Entscheidung. Der eingesetzte Ausschuss bestehend aus Gemeinderäten, Stadtverwaltung, Eltern wie auch Schüler und der Schulleitung wird sich nun mit den Vorschlägen weiter beschäftigen und möglicherweise einen Vorschlag an den Gemeinderat geben.

 

Im weiteren Vorgehen wird Bauingenieur Michael Fleck auf Grundlage einer der Möglichkeiten die weiteren Planungen ausarbeiten. Damit wären dann auch erste Kostenermittlungen möglich, so dass erst dann auch die Finanzierung geklärt werden kann.