Sitzungsberichte

17. 1. 2018
Schrozberger Kläranlage wird erweitert

Schrozberger Kläranlage wird erweitert

 

Ein Jahr ist es nun her, dass Frau Dr. Ulrike Zettl vom Planungsbüro Weber-Ingenieure dem Gemeinderat die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Erweiterung bzw. Ausbau der Anlage vorgestellt hat. Der Gemeinderat hat sich damals entschlossen, anstatt einer baulichen Erweiterung der Kläranlage – dazu wäre ein weiteres Belebungsbecken sowie eine Möglichkeit zur Klärschlammfaulung notwendig – eine Flotationsanlage einzubauen. Allerdings muss zur sinnvollen Nutzung dieser Anlage eine Druckleitung von der Molkerei zur Kläranlage gelegt werden, mit der das Produktionsabwasser separat direkt zur Flotation geleitet wird. Dort kann dieses Abwasser so vorgereinigt werden, dass es im weiteren Ablauf des Klärprozesses deutlich leichter aufbereitet werden und damit mit der vorhandenen Anlagentechnik gereinigt werden kann. Bei der Flotation werden Fällstoffe zugegeben und so bestimmte Abwasserbestandteile „entfernt“. Das so abgeschiedene Flotat ist energiewirtschaftlich weiter verwertbar.

 

 

Auf der Grundlage der damaligen Beschlussfassung wurde ein Förderantrag gestellt, der nun über den Sommer positiv beschieden wurde. Die berechneten Umbaukosten in Höhe von rd. 1.248.000 € werden mit 803.000 € gefördert, das entspricht dem erwarteten Fördersatz mit rd. 70 %. Auch das Planungsbüro war nicht untätig und hat mehrere Möglichkeiten zur Platzierung und zur baulichen Umsetzung geprüft. Die sinnvollste und zugleich günstigste Alternative ist die Platzierung der Flotationsanlage auf dem jetzigen „Havariebecken“, also einem Becken, in das das Abwasser bei Problemfällen auf der Anlage umgeleitet werden und zwischengepuffert werden kann – das Becken bleibt dabei erhalten und soll für den gleichen Zweck weiter genutzt werden. Die maschinellen Anlagenteile werden in Modulbauweise – also in Containern – errichtet. Zum eigentlichen Flotationsbecken, untergebracht in einem entsprechenden Gebäude, müssen dann noch zwei Silo-/Rundbehälter gruppiert werden, in denen die notwendigen Substanzen vorgehalten werden. Durch die Standortwahl ergeben sich die Andienung und die Erreichbarkeit via LKW am geschicktesten.

 

Dr. Ulrike Zettl hat mit den Genehmigungsbehörden diesen Planungsstand bereits abgestimmt und arbeitet derzeit an den Ausschreibungsunterlagen. Gedacht ist, dass Ausschreibung und Vergabe jetzt im November erfolgen könnten. Der Baubeginn wäre dann für Frühjahr 2014 vorgesehen. Parallel würde dazu die Ertüchtigung der Belüftungsanlage angegangen, so dass die Flotation im Sommer, der Ausbau der Belüftung bis Ende 2014 in Betrieb wäre.

 

Im Gemeinderat kamen Fragen zur Verwendung des Flotats auf, das man sogar noch verkaufen könnte, da es noch für die Gewinnung von Biogas geeignet ist. Dies wäre allerdings zu gegebener Zeit abzuklären. Ein weiterer Einwand betraf die Belastung des Molkereiabwassers. Doch Dr. Ulrike Zettl konnte beschwichtigen – die Hauptbelastung des Abwassers kommt durch Produktionsrückstände und Reinigungsmittel. Auch die Kapazität der Anlage war ein Thema. Hierzu bestehen vertragliche Regelungen mit der Molkerei. Betriebliche Schwankungen können über das Regenrückhaltebecken gepuffert werden.

 

Die Beschlussfassung war einstimmig – Dr. Ulrike Zettl wird sich nun um das weitere Genehmigungsverfahren sowie die Ausschreibung der Arbeiten kümmern.