Sitzungsberichte

20. 11. 2017

Forstleute bringen gute Nachrichten

Einmal im Jahr kommen die Forstfachleute in den Gemeinderat und berichten über den Zustand des Waldes im Allgemeinen wie über den Stadtwald im Besonderen. Die Stadt als Eigentümer von rd. 80 Hektar Waldflächen hat so ihre lieben Sorgen, da die jeweiligen Flächen relativ klein und verteilt über das gesamte Gemarkungsgebiet sind. Trotzdem konnte auch 2011 wieder etwas „Gewinn“ gemacht werden.

Insgesamt geht es dem Wald zur Zeit nicht schlecht – diese Auffassung von Bürgermeister Klemens Izsak, der durchaus auch Fachmann auf diesem Gebiet ist, wurde von Dr. Bernhard Beinhofer von der Haller Forstverwaltung freiweg bestätigt.

Das früh warme und vor allem trockene Frühjahr war zwar für ganz frisch angepflanzte Kulturen nicht ganz so vorteilhaft, brachte dem Wald insgesamt aber doch eher Vorteile, da Schadpflanzen bei weitem nicht so sprießen konnten. Der feuchte und wenig warme Sommer brachte dann das notwendige Wasser, für die Vegetation im Wald also hervorragend. Die Trockenheit im Herbst war für den Wald unproblematisch – aber für die Forstarbeiten war es hervorragend, denn so konnten die notwendigen Fäll- und Rückearbeiten sehr gut erledigt werden.

Die Holzpreise sind für Waldbesitzer derzeit kein Grund zur Klage – sowohl bei Holz für industrielle Zwecke, wie auch für Brennholz werden zur Zeit Höchstpreise erzielt. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf den Stadtwald – freut sich Revierförsterin Traudel Leinen, zuständig für die Betreuung des Schrozberger Stadtwaldes: Eine Bestandspflege im Eichelberg bei Ettenhausen konnte dadurch wesentlich besser vermarktet werden, als erwartet.

Doch nicht alles ist nur gut, Dr. Beinhofer berichtet von Problemen, die die Forstleute umtreiben. Derzeit bereitet das Absterben von Eichen den Forstleuten etwas Kopfzerbrechen. Zwar blieb der Kahlfraß durch den Eichenwickler im Juni aus und die gesunden Eichen waren so grün, wie schon lange nicht mehr. Trotzdem sind doch einige Eichenbestände schwer gezeichnet durch absterbende Stämme, die andererseits aber noch gut vermarktet werden konnten. Auch bei den Eschen sorgt das Eschentriebsterben für Rückschläge - allerdings zeigen die Bestände ganz unterschiedliche Anfälligkeiten.

Auf vielen Flächen werden derzeit auch Douglasien gesetzt, ein Nadelbaum mit gutem Holzzuwachs. Försterin Leinen hat dazu aber auch schon ihre Erfahrungen gesammelt, denn anfangs braucht ein Jungbestand sehr viel Pflege.

Die beste Nachricht für den Gemeinderat war aber, dass die Holzwirtschaft im Stadtwald 8.500 € für den Stadthaushalt abwirft. Försterin Leinen freut das besonders, denn vor einem Jahr hatte sie das bereits angekündigt, damals aber noch mit einem vorsichtigen Betrag von 2.900 €.

Wenn alles gut läuft und 2012 nichts Unvorhergesehenes bringt, soll auch im nächsten Jahr was übrig bleiben – die Försterin rechnet dem Gemeinderat 2.500 € vor. Den Einschlagerlösen mit 19.500 € stehen Ausgaben mit 17.000 € gegenüber. Die Schwerpunkte sollen 2012 in der Jungbestandspflege liegen, eventuell wird auch ein Stück Waldweg gerichtet werden.

Die Diskussion im Gemeinderat ist bei solch positiven Nachrichten relativ umkompliziert und die Beschlussfassung erwartungsgemäß einstimmig – doch vorher hatten die Räte schon noch ein paar Fragen parat, die nicht immer nur mit dem Stadtwald zu tun hatten.