Sitzungsberichte

21. 4. 2018

Jugendarbeit mit Erfolg

Jugendarbeit mit Erfolg

Seit 1996 gibt es in Schrozberg hauptamtliche Jugendarbeit, die neben der Arbeit der Vereine und der kirchlichen Gruppen das Angebot ergänzen und vervollständigen soll. Gerade Jugendliche, die nicht von den Vereinen erreicht werden und ohne Betreuung teilweise etwas verloren dastünden, werden damit erreicht und fühlen sich im Güterschuppen wohl.

In der letzten Gemeinderatssitzung gaben die Verantwortlichen Dorothea Grönsfelder und Claus Mönikheim einen ausführlichen Bericht über ihre Arbeit in den letzten beiden Jahren ab. Bürgermeister Klemens Izsak sieht die Bemühungen der Stadt nach wie vor als wichtig und sinnvoll an. Das zeigt, dass mittlerweile rd. zwei Drittel der Kreisgemeinden ebenfalls aktive Jugendarbeit betreiben. Doch immer noch gelten die Erfolge in Schrozberg als vorbildlich und das ist mit das größte Lob, das man den Verantwortlichen in Schrozberg machen kann.

Mit vielen statistischen Zahlen und Bildern von den Aktivitäten konnte Claus Mönikheim aufzeigen, dass die Angebote im Güterschuppen sehr gut ankommen. An insgesamt 30 Stunden in der Woche steht das Jugendhaus für die Jugendlichen offen, die Arbeitszeit wird also sehr effektiv für den offenen Bereich eingesetzt und liegt weit über der Quote, die normalerweise mit für Vorbereitungsarbeit notwendig ist.

Und auch die Mischung der Besucher ist sehr gut. Alle, egal ob Jungen oder Mädchen, Einheimische oder Ausländer bzw. Aussiedler kommen zu den Angeboten. Zielgruppe sind nach wie vor die 12 - 18 Jährigen, und das funktioniert so, wie die Jugendarbeiter sich das vorstellen: Sind nämlich die Jugendlichen erstmal in Ausbildung, verliert sich der Kontakt zu den Angeboten. Dafür kommen wieder die Jüngeren nach, die sonst möglicherweise in eine Art "Loch fallen" würden.

Sehr vielfältig sind die Angebote: Im offenen Bereich kommen zu den Öffnungszeiten bis zu 60 Jugendliche in den Güterschuppen. Auch der Schülermittagstisch, der hauptsächlich für die Auswärtigen Schüler gedacht ist, die mittags nicht nach Hause kommen, hat einen festen ?Kundenstamm?. Bis zu 20 Schüler, manchmal mehr, werden von ehrenamtlich tätigen Müttern bekocht ? und auch hier ergeben sich wertvolle Kontakte, so dass nicht nur die Schrozberger den Weg in den Güterschuppen finden.

Weitere Angebote, die sehr gerne angenommen werden, sind die Hausaufgabenbetreuung, die von den Jugendarbeitern betreut und im Bedarfsfalle in Absprache mit den jeweiligen Lehrern unterstützt wird sowie die Prüfungsvorbereitungen, die vor den Prüfungen Lernhilfen bieten soll. Claus Mönikheim kann hier auf die gute Kooperation mit der Schule verweisen, die noch weit über diese Bereiche hinaus geht. Es finden gemeinsame Aktionen der Schule und des Güterschuppens statt, Beispiele sind hier die Schülerpartys oder die Putzaktion, die im Frühjahr des letzten Jahres stattfand.

Ein großer Boom, der nach wie vor ungebrochen scheint und sehr von Erfolg gekrönt ist, sind die Tanzgruppen. Dorothea Grönsfelder, die diese Mädchengruppen betreut, spricht sogar vom Hip-Hop-Fieber. 3 Gruppen üben regelmäßig und gehen durchaus mal bis Stuttgart, um sich mit anderen Gruppen im Land zu messen. Dabei sind erste und zweite Plätze fast schon selbstverständlich. Insgesamt kommen genauso viele Mädchen wie Jungen zu den Angeboten ? und das liegt sicher daran, dass für Jungen und Mädchen ein eigener Ansprechpartner da ist. Mädchen sind von Natur aus eher zurückhaltend, Jungen eher offener und dominant. In Schrozberg hat jeder, egal ob Jungs oder Mädchen, seinen Ansprechpartner ? ein weiterer Vorteil, der nur positiv für die Arbeit wirkt.

Noch genannt wurden die besonderen Veranstaltungen, die nicht nur für Jugendliche ausgerichtet werden. Beispiel hier war der Blues-Workshop der Schule, der abends mit einem Konzert der engagierten Blues-Gruppe endete. Oder andere Partys, bei denen durchaus Jugendliche von weiter her nach Schrozberg kommen. Dabei erwähnte Claus Mönikheim besonders, dass es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen in den letzten zwei Jahren gekommen ist. Kritisch wurde hier von Seiten der Stadträte angemerkt, dass es nach solchen Veranstaltungen bisweilen zu Beschwerden kommt, wenn am nächsten Tag Flaschen und anderer Unrat um das Jugendhaus verteilt sind. Hier wollen die Jugendbetreuer künftig verstärkt entgegenwirken, wenngleich das nicht ganz einfach ist, da die Jugendlichen, die nicht in den Güterschuppen kommen, nur schwer kontrolliert werden können. Die in Kooperation mit der Landkreisinitiative durchgeführten Kinderkinonachmittage einmal im Monat sind mehr als gut besucht Bis zu 80 Kinder schon im Alter ab 4 Jahren, teilweise mit Eltern, finden den Weg in den Güterschuppen. Diesen Kontakt halten die Betreuer ebenfalls für sehr wichtig, da damit bereits Bindungen zum Jugendhaus entstehen und Schwellenängste abgebaut werden.

Insgesamt sehen die beiden hauptamtlichen Sozialarbeiter ihre gesteckten Ziele als erreicht. Zwar kann man nicht von einer vollen Integration der Ausländer und Aussiedler sprechen, es ist aber zumindest möglich, dass die Cliquen einander akzeptieren und friedlich nebeneinander auskommen. Auch an der Schule kommt es zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen mehr. Die Jugendlichen lernen Toleranz und Akzeptanz, und das sind doch Erfolge, die zwar in kleinen Schritten erreicht wurden und einen langen Atem erfordern, aber doch positiv die Arbeit in Schrozberg bestätigen.

Mit den Vereinen, der Schule und anderen Institutionen hat sich eine feste Beziehung ergeben. Die Arbeit im ?Runden Tisch?, einer Gruppe aus Schule, Polizei, Vereinen und anderen Gruppen, bringt zusätzlich ehrenamtliches Engagement in die Jugendarbeit und entlastet die Hauptamtlichen. Claus Mönikheim bewertet diese Unterstützung als überaus positiv und freut sich über diese Schützenhilfe. Die erwähnte Putzaktion, die zusammen mit der Reservistengruppe, der Schule und dem Bauhof organisiert wurde, die Wiederbelebung des Schorrenspielplatzes, bei dem das Forstamt, die Hohenloher Wandergermanen und der SPD-Ortsverein dabei waren sind solche positiven Beispiele, die bei allen gut ankommen. Geplant ist schon die nächste Aktion: am 22.06. wollen die Mitstreiter des Runden Tisches einen Gemeinschaftstag ?Schrozberg spielt? ? eine Art ?Spiel ohne Grenzen - veranstalten, an dem alle, Vereine und Dorfgemeinschaften mitwirken sollen. Auch hier hoffen die beiden Hauptamtlichen auf eine gute Resonanz.

Sehr positiv nahm der Gemeinderat den Tätigkeitsbericht auf. Für die erreichten Erfolge gilt sowohl Dorothea Grönsfelder und auch Claus Mönikheim ein großes Lob. Für die beiden ist die Jugendbetreuung nicht nur Beruf, sondern auch Berufung ? und das zeigt sich in den vielen Stunden, die die beiden über die Arbeitszeit hinaus für den Güterschuppen bringen. Klar wurde bei der Diskussion aber auch, dass eine Jugendarbeit, die nur auf ehrenamtliches Engagement aufbaut, gegenwärtig undenkbar ist ? deshalb wird es in Schrozberg auch weiterhin diese wichtige Ergänzung zu den Bemühungen der Vereine und Kirchen geben.