Sitzungsberichte

22. 4. 2018
Friedrich Freudenberger
Friedrich Freudenberger

Friedrich Freudenberger mit der Lebensrettermedaille ausgezeichnet

Im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung konnte Bürgermeister Klemens Izsak Friedrich Freudenberger aus Lindlein mit der Lebensrettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg auszeichnen.

Herr Freudenberger war bei dem Zugunglück in Schrozberg am 11. Juni letzten Jahres, also vor einem knappen Jahr als einer der ersten vor Ort. Es war sein Bautrupp, der mit Umbauarbeiten an der Kläranlage beschäftigt war. Der Tag war schwülheiß, bereits mittags stieg die Temperatur auf um die 30 Grad und es waren Pfingstferien in Baden-Württemberg. Kurz nach 12.00 Uhr, der Bautrupp wollte gerade Mittag machen, hörten die Arbeiter den schrecklichen Unfalllärm aus dem Tal. Friedrich Freudenberger eilte ohne zu überlegen an die Unglücksstelle und erkundete das Schadensausmaß. Dabei setzte er bei der Suche nach Überlebenden sein eigenes Leben ein, um sich zu dem schwerverletzten Familienvater durchzukämpfen. Besonders durch die Absturzgefahr des von der Diesellok abgekoppelten und umgestürzten Waggons war das Risiko, dass auch er noch verletzt oder gar selbst getötet wird, sehr groß. Doch Herrn Freudenberger hielt das nicht auf, er arbeitete sich bis zu dem in Panik reagierenden Schwerverletzten vor, der sich große Sorgen um seine Familie machte und trotz seiner schweren Verletzungen nur sehr schwer zurückzuhalten war. Herr Freudenberger war es, der es schaffte, ihn zu beruhigen und zurückzuhalten, bis der Rettungsdienst die Versorgung übernehmen konnte. Lange Zeit war nicht klar, ob dieser schwerverletzte Physiotherapeut, der bei diesem Unfall nach einem Radausflug seine Frau und seine drei Kinder verloren hat, die Unfallfolgen übersteht.
Heute, ein Jahr nach dem Unfall, kann der Gerettete, zwar körperlich einigermaßen genesen, aber seelisch noch schwer angeschlagen, wieder seiner Tätigkeit nachgehen. Dessen Mutter war letztlich diejenige, die auch den Vorschlag für die Rettungsmedaille auf den Weg gebracht hat.

Bürgermeister Klemens Izsak heftete unter dem anhaltenden Beifall der Gemeinderäte Friedrich Freudenberger die Lebensrettungsmedaille an´s Revers. Zugleich brachte er seine persönliche Anerkennung und Hochachtung vor dem Mut und selbstlosen Einsatz zum Ausdruck. Es ist keineswegs selbstverständlich, unter Zurückstellung aller Gefahren für das eigene Wohlergehen so zu reagieren. Zusammen mit der Urkunde und einer Ehrengabe vom Land Baden-Württemberg im Namen des Ministerpräsidenten Erwin Teufel erhielt der Geehrte auch eine Anerkennung seitens der Stadt Schrozberg.

Friedrich Freudenberger bedankte sich sichtlich gerührt ob so viel Ehre für diese Auszeichnung und bekräftigte, dass er jederzeit wieder so reagieren würde.

Unser Bild zeigt den Geehrten Friedrich Freudenberger (links) zusammen mit Bürgermeister Klemens Izsak.