Sitzungsberichte

21. 4. 2018

In Bartenstein und Ettenhausen läuft was

Ausgangspunkt für die Initiative in Bartenstein und Ettenhausen war die Anmeldung zu einem Modellprojekt mit Ausarbeitung eines Entwicklungskonzeptes zur "Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung des innerörtlichen Potenziales" kurz MELAP. In dieses Förderprojekt wurde die Maßnahme zwar nicht aufgenommen, aber unter ähnlichen Voraussetzungen über Mittel aus dem LEADER+ Programm zu 50 % gefördert.

Der Gemeinderat hatte die Forschungsgruppe um Professor Günter Schöfl, Ludwigsburg zusammen mit dem Landschaftsplaner Armin Hauenstein mit dieser Untersuchung beauftragt.

Steffen Speidel vom Büro Schöfl erläuterte in der Sitzung die überwältigenden Ergebnisse dieses einzigartigen Projektes zusammen mit unterschiedlichen Projektgruppen aus der Bürgerschaft der beiden Orte. Denn es waren nicht nur Erhebungen, die gelaufen sind, sondern es wurde sehr viel in Zusammenarbeit mit den Bürgern erarbeitet.
Ausgangslage war die Feststellung, dass die Überalterung in Bartenstein und auch Ettenhausen durch Abwanderungstendenzen der jüngeren Bevölkerungskreise die demografische Entwicklung noch beschleunigt wird. Es gibt zwar Neubaumöglichkeiten in beiden Orten, allerdings nur begrenzt. Deshalb sollte erreicht werden, dass auch die Jungen wieder in ?alten Mauern? wohnen können und wollen. Hauptansatzpunkt der Projektgruppe war die Verbesserung der Attraktivität beider Orte durch bürgerschaftliches Engagement und besondere Projekte.

Dazu konnte bereits Armin Hauenstein einige Vorschläge zur Durchgrünung der Orte unterbreiten. Seine Ideen waren ein Obstbaumgürtel um das Wohngebiet in Bartenstein, die Nachpflanzung der Allee zwischen Bartenstein und Ettenhausen. Auch er war bei der Ideenfindung zusammen mit den Bürgern beteiligt. Zusammen mit einer Projektgruppe um Stefan Rathgeb aus Ettenhausen erarbeitete er einen Plan für einen Naturlehrpfad, der sich im Ettetal erstrecken soll. Die Anlegung des Pfades mittels Informationstafeln könnte über Mittel des LEADER+-Porgrammes gefördert werden.

Doch es gab noch viele andere Ideen und Aktivitäten, die Bartensteiner und Ettenhausener waren sehr aktiv und einfallsreich. Annemarie Reimann aus Bartenstein erläuterte aus einer weiteren Projektgruppe die Idee, Barteinstein durch ein touristisches Leitsystem mit Infotafel und geführten Führungen, die teilweise schon laufen, attraktiver zu machen. Claus Jürgen Reinmann, ebenfalls in einer Projektgruppe, brachte Ideen vor, Bartenstein und insbesondere die leerstehenden Häuser über Internetauftritte bekannt zu machen. Zudem hat sich seine Projektgruppe bereits Gedanken gemacht, wie ein Lebensmittelladen zur Grundversorgung der beiden Orte auch auf genossenschaftlicher Basis funktionieren könnte. Was ebenfalls eine Idee wäre, die insbesondere Bartenstein noch attraktiver machen würde, ist das Anlegen eines zentralen Dorfplatzes, möglicherweise beim Brunnen.

Bürgermeister Klemens Izsak und auch die Gemeinderäte waren schwer beeindruckt von den Aktionen, die von dieser Untersuchung ausgegangen sind. Die Bevölkerung aus Bartenstein und Ettenhausen hat sich schwer in´s Zeug gelegt. Zwar sehen die Stadtfinanzen derzeit nicht so rosig aus, investive Projekte werden also wohl noch ein bisschen dauern. Doch dessen sind sich die Gruppen bewusst, sie haben ausreichend Ideen, die auch einfach umzusetzen sind. Steffen Speidel hofft bei allen Projekten, dass durch Fördergelder und Eigenleistungen für die Stadt ein finanzierbarer Anteil bleibt. Gerade und auch für den jetzt entstandenen Aktionismus innerhalb der Bevölkerung von Bartenstein und Ettenhausen ist es gut und wichtig, wenn auf die Planungsideen die Umsetzung folgen kann.

Die Forschungsgruppe Stadt & Umwelt wird jetzt noch bei der Stellung der notwendigen Anträge mitwirken, danach sind die Projektgruppen auf sich gestellt. Doch allein schon aufgrund der Vielzahl der Personen in den Projektgruppen, die alle mit Feuereifer dabei sind, wird die Arbeit bestimmt fortgesetzt werden.