Sitzungsberichte

24. 1. 2018
Ganz Bartenstein unter Denkmalschutz
Ganz Bartenstein unter Denkmalschutz

Ganz Bartenstein unter Denkmalschutz ?!

Nicht ganz Bartenstein, zumindest aber die historische Bausubstanz der fürstlichen Kleinresidenz steht künftig unter einem besonderen Bestandsschutz. Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause eine Satzung, nach der bauliche Veränderungen von der Denkmalschutzbehörde abgesegnet werden müssen. Der Ortschaftsrat von Bartenstein hatte zuvor in zwei Sitzungen über die Satzung debattiert und ebenfalls mit großer Mehrheit zugestimmt.

Auslöser war der Anstoß des Denkmalamtes, das den historisch geprägten Teil des Ortes erhalten möchte. In den über 1.100 Gemeinden des Landes gibt es nur rund 120 schützenswerte historisch erhalten gebliebenen Stadtanlagen. Bereits die Hälfte dieser Orte sind mittlerweile durch Satzung - wie jetzt auch Bartenstein - für den zukünftigen Erhalt bewahrt. Das Denkmalamt erkennt die Besonderheit in Bartenstein an zwei Bereichen: Zum einen die fürstliche Schlossanlage am westlichen, durch die Spornlage besonders hervorgehobenen Ortsrand, mit vorgelagertem Platz und dem sich anschließendem Schlossgarten. Und zum Zweiten den sich östlich und nördlich anschließenden Ort mit einer an planmäßigen, linearen Achsen orientierten Wohnbebauung als Kennzeichen barocker Stadtgestalt, so aus der Begründung der Denkmalschützer.

Im Gemeinderat verlief die Diskussion kontrovers, denn so manches Ratsmitglied scheute sich vor den Problemen, die den Hauseigentümern zukünftig möglicherweise gemacht werden. Bürgermeister Klemens Izsak wies die Räte darauf hin, dass in Bartenstein ein anderes Bewusstsein vorherrsche, denn die Bewohner dort wollen zum überwiegenden Teil gerade das besondere Flair ihres Ortes erhalten haben. Viele, in den vergangenen Jahren zugezogene Bürger, haben gerade deshalb Bartenstein als Wohnsitz gewählt. Wenn nun einzelne Häuser durch neuzeitliche Bausünden verunstaltet werden, leidet letztendlich das Gesamtbild des jetzt noch historischen wirkenden Ortskernes darunter. Dabei wirken die Einschränkungen längst nicht so gravierend, wie sich das zunächst anhört, denn auch Neubauten wurden bereits in Vergangenheit ermöglicht, aber eben unter Berücksichtigung bestimmter Vorgaben. Diesen Nachteil, den die Bauherren in finanzieller Form zu spüren bekommen, wird über Sonderabschreibungsmöglichkeiten wieder ausgeglichen: der denkmalbedingte Mehraufwand kann nämlich in 10 Jahren zu 100 % abgeschrieben werden.

Der Gemeinderat folgte mit großer Mehrheit dem Votum des Ortschaftsrates und beschloss die Denkmalschutzsatzung. Dabei war sicher auch ein Argument, dass historische Bereiche in anderen Städten nur durch solche Maßnahmen bis heute erhalten geblieben sind. Bespiel dabei war Rothenburg, das jeder kennt und schätzt.