Sitzungsberichte

20. 4. 2018

Kindergartenangebot wird reduziert, aber das Betreuungsangebot ausgebaut

Das liest sich erst komisch, ist aber durchaus logisch. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung die Bedarfsplanung für den Kindergartenbereich diskutiert. Dabei war insbesondere die Entwicklung der Kinderzahlen für den Einzugsbereich Schrozberg-Ort interessant. Hierzu fand vorab ein Gespräch im Rahmen der Verantwortlichen für die Kindergärten, also Kindergartenleitungen, Elternvertreter und natürlich der Trägervertreter statt.

Kurz als Erinnerung: Aufgrund der zurückgehenden Kinderzahlen haben sich die Kindergartenverantwortlichen miteinander darauf geeinigt, dass sowohl im katholischen wie auch städtischen Kindergarten jeweils eine Gruppe als Kleingruppe – also mit der Aufnahmemöglichkeit von nur noch 10 Kindern – weiterbetrieben wird. Doch die tatsächlichen Anmeldezahlen im jetzt auslaufenden Kindergartenjahr sprechen eine andere Sprache, tatsächlich würde es ausreichen, wenn nur noch eine dieser beiden Kleingruppen betrieben wird. Auch für die kommenden Kindergartenjahre sind die Kinderzahlen weiter rückläufig. Deshalb war der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Kleingruppe im katholischen Kindergarten zu schließen, dort bestehen befristete Arbeitsverträge, so dass die Reduzierung personell einfacher machbar ist. Sollten wider Erwarten dann doch mehr Kinder angemeldet werden, könnte im städtischen Kindergarten die Kleingruppe relativ einfach wieder zur Regelgruppe umgewandelt werden. Der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag mehrheitlich. Die Stadtverwaltung wird sich nun darum kümmern, für die bereits angemeldeten Kinder, von denen durch die Gruppenreduzierung nun nicht mehr alle aufgenommen werden können, eine Lösung zu finden - durch einen Fehler bei der Stadtverwaltung hatten die Eltern der Kinder bereits entsprechende Zusagen erhalten.

Für die Einzugsbereiche der Kindergärten in Bartenstein- Ettenhausen und Leuzendorf macht die Entwicklung der Kinderzahlen keine Änderung notwendig. In Bartenstein-Ettenhausen gibt es etwas mehr 3-jährige Kinder als Kindergartenplätze, doch auch dort werden nicht alle Kinder gleich mit 3 für den Kindergarten angemeldet.
In Leuzendorf wurde für das vergangene Kindergartenjahr eine Gruppe geschlossen. Derzeit sind die Gruppen, insbesondere durch Kinder aus dem bayrischen relativ gut belegt. Dies wird auch im nächsten Jahr so sein, dann allerdings gehen die Kinderzahlen weiter deutlich zurück. Für den Bedarfsplanungszeitraum wird das Angebot wie bisher bleiben können.

Die Verbesserung des Betreuungsangebotes bezieht sich auf die Aufnahme von Kindern, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bisher haben nur Eltern für ihre Kinder ab 3 Jahren einen Rechtsanspruch, die Aufnahme von Kindern über 2 aber unter 3 Jahren ist ein freiwilliges Angebot. Dies wird es künftig in Schrozberg geben. Die rechtlichen Voraussetzungen dazu sind relativ einfach: in einer normalen Gruppe dürfen bis zu 5 Kinder unter 3 aufgenommen werden, allerdings belegt ein solches Kind dann 2 Kindergartenplätze. Bereits im Sommer 2005 hat die Stadtverwaltung über das Mitteilungsblatt die Eltern gebeten, ihren Bedarf dahingehend anzumelden. Es gingen nur sehr wenige Rückmeldungen ein. Insoweit war der Vorschlag der Stadtverwaltung, dieses Angebot einfach einzurichten und das Interesse abzuwarten. Bereits im letzten Jahr wurde dieses Angebot mehrfach diskutiert. Relativ einfach war es dann auch für den Gemeinderat, dem Beschlussvorschlag zu folgen. Die SPD-Fraktion hätte es gerne gesehen, die Kindergartenbeiträge für dieses Angebot genauso festzusetzen, wie für die „normalen Kindergartenkinder“. Hier folgte aber der Gemeinderat mehrheitlich der Auffassung der Stadtverwaltung, dass wenn ein Kind auf zwei Kindergartenplätze angerechnet wird, das 1 ½ -fache des normalen Kindergartenbeitrages auch noch angemessen ist.