Sitzungsberichte

24. 4. 2018
Schon wieder ein neuer LIDl-Markt
Schon wieder ein neuer LIDl-Markt

Schon wieder ein neuer LIDl-Markt

Einige Jahre ist es nun her, dass im Gemeinderat sehr kontrovers über die Standortentscheidung zum Bau eines neuen LIDL-Marktes diskutiert wurde. Es wurde seinerzeit alles überlegt, um den Standort in der Blaufeldener Straße zu erhalten, damals aber ohne Erfolg.
Seit 1999 befindet sich die Filiale nun im Gewerbegebiet “Sigisweiler Straße“. Das Gebäude wurde damals in fremder Trägerschaft errichtet und von der Firma LIDL zum Betrieb der Filiale langfristig angemietet. In dieser Zeit hat sich bereits mehrmals die Notwendigkeit zu baulichen Veränderungen ergeben, allerdings hat die Gebäudeeigentümerin hier nichts unternommen. Die erfolgten An- und Umbauten hat die Firma LIDL auf eigene Rechnung vorgenommen, obwohl das Gebäude und damit auch das Eigentum an den erfolgten Anbauten ihnen nicht selber zusteht. Diese Schwierigkeiten gaben den Verantwortlichen bei LIDL zu Denken. Dazu kam noch, dass die heutigen Marktkonzepte auf andere Größendimensionen fußen, da das Verkaufssortiment in den letzten Jahren von 1000 Artikel auf 1600 Artikel erweitert wurde. Unter einer Verkaufsfläche von 1000 m2 wird heute kein Markt mehr errichtet, im Gegenteil: es sollen sogar Märkte mit einer Fläche unter 700 m2 geschlossen werden. Dazu sind Grundstücksflächen mit einer Größendimension von 7000 -8000 m2 erforderlich. Weitere Festlegung von LIDL ist die Lage an einer Hauptverkehrsstraße und nicht in einem Wohngebiet, immerhin gibt es an normalen Tagen schon rd. 800 - 1000 Kunden, zumeist mit PKW´s unterwegs.

Peter Mayerhöfer und Lucas Trenciansky von LIDL, die zur Sitzung gekommen waren, standen den Gemeinderäten Rede und Antwort. In den Anfragen ging es in erster Linie darum, ob es nicht denkbar wäre, dass die neue Filiale in der Nähe des Edeka-Marktes errichtet werden könnte, um den Querverkehr im Innenort etwas einzudämmen. Die Verantwortlichen der Firma LIDL schlossen sich der Stellungnahme des Regionalverbandes an, wonach eine solche Konzentration möglichst vermieden werden soll, da so die Erreichbarkeit innerhalb eines Ortes wesentlich günstiger ist. Bürgermeister Klemens Izsak warnte ebenfalls davor, da mit den Standorten so wie bisher noch ein gewisser Kundenverkehr in den Ort gebracht wird und so der ein oder andere Einkauf in der Ortsmitte quasi „auf dem Weg“ miterledigt wird. Zudem sind viele Auspendler von Schrozberg in Richtung Blaufelden/Crailsheim/Schwäbisch Hall unterwegs. Hier bietet sich an, Einkäufe im Vorbeifahren zu erledigen. Bei dem von Teilen des Gemeinderats vorgeschlagenen Standort fällt dieser Vorteil weg mit der Konsequenz, dass die Verbraucher den bequemen Weg gehen und möglicherweise in Blaufelden oder woanders ihre Einkäufe im Vorbeifahren tätigen können.

Weitere Bedenken richteten sich gegen die beabsichtigte Weiterverpachtung des bisherigen Gebäudes. Die LIDL-Vertreter konnten noch keine genauen Aussagen hierzu machen, es liegen noch keine konkreten Angebote anderer Betreiber vor. Sie könnten sich aber vorstellen, dass z.B. eine Textilfiliale oder ein Getränkemarkt betrieben werden könnten. Dazu hagelte es Bedenken aus dem Gemeinderat im Blick auf eine mögliche Konkurrenz zu bereits bestehenden örtlichen Betrieben, insbesondere zum Fabrikverkauf Outlet, der ja ein städtisches Gebäude nutzt - in gewisser Weise also auch die Stadt betroffen werden könnte. Das Stadtoberhaupt wischte allerdings diese Bedenken vom Tisch. Die Discounter haben ein qualitativ anderes Warensortiment und stellen keinerlei Konkurrenz, egal ob bei Kleidung oder Schuhen, zu dem bisherigen Angebot in Schrozberg dar.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Zufahrt zum neuen LIDL-Markt, die über eine eigenständige Einfahrt in die Ringstraße geplant ist. Die Bedenken der Mandatsträger waren, dass es möglicherweise zu zeitweisem Rückstau bis in den Kreisverkehr kommen könnte.

Letztlich fasst der Gemeinderat nach einer zehnminütigen Sitzungsunterbrechung mit großer Mehrheit den Beschluss, dem Neubauwunsch der Fa. LIDL zu entsprechen. Damit verbunden wurde allerdings die Bedingung, dass die Weiterverpachtung des bisherigen Marktes „ die Fa. LIDL hat das Gebäude noch für 5 Jahre unter Vertrag“ nur im Einvernehmen mit dem Gemeinderat erfolgen kann. Zudem muss eine möglicherweise notwendig werdende Abbiegespur - dies wird sich noch zeigen - dann auf Kosten der Fa. LIDL gebaut werden müssen. Gleichzeitig wurde das entsprechende Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht.