Sitzungsberichte

20. 11. 2017
Wald bringt nichts als Sorgen
Wald bringt nichts als Sorgen

Wald bringt nichts als Sorgen

Regelmäßig einmal im Jahr kommen die Forstfachleute in eine Sitzung des Gemeinderates, um einen Zustandsbericht des Waldes im Allgemeinen und des Stadtwaldes im Besonderen sowie die vorgesehenen Maßnahmen zu erläutern.
Für das Stadtparlament war es nun das zweite Mal schon so, dass die jetzt zum Landratsamt Schwäbisch Hall zugeordneten Forstfachleute in die Sitzung kamen, zum einen der bekannte und mit der direkten Betreuung betraute Revierförster Udo Hauber aus Blaufelden, zum anderen Franz Köberle, der Leiter des für Schrozberg zuständigen Forstamtes in Crailsheim.
Die Stadt Schrozberg ist Eigentümerin von nahezu 80 Hektar Waldfläche, die sich jedoch über unzählige Kleinparzellen verteilt. Eine nachhaltige Waldwirtschaft ist unter diesen Umständen nicht oder nur schwer möglich. Dazu kommen noch die Probleme mit dem Fichtenbestand in den Wäldern. Revierförster Udo Hauber hatte bereits vor einem Jahr prognostiziert, dass es bald keine Fichten mehr gibt, die der Käfer befallen kann. Dennoch mussten die für das Jahr 2005 geplanten Maßnahmen zurückgestellt werden. Insgesamt wurden 700 Fm Holz eingeschlagen und zwar fast ausschließlich in Folge von käferbefallenen Fichtenbeständen. So wurde im Murrenberg (Vorbachtal) ein großer Hieb vorgenommen und beim Könbronner Berg (neben der Straße nach Niederstetten) wurde der Fichtenbestand komplett eingelegt. Ein weiterer Schwerpunkt war im Eichelberg bei Reichertswiesen. Entgegen der Vermutung, dass der Schadholzanfall den Holzpreis drücken würde, hat sich die Vergütung für die Naturware sogar positiv entwickelt, das Preisniveau ist um ca. 5 € angestiegen. Also eine durchaus positive Nachricht, die Franz Köberle mitbringen konnte. Zweifelsohne geht dies auch mit darauf zurück, dass Holz immer mehr als Brennstoff genutzt wird.

Leider gab es auch eine schlechte Nachricht, denn die in Schrozberg durch den früheren Forstamtschef Friedrich Kirschstein initiierte Wertholzsubmission einmal im Jahr sollte eigentlich fortgesetzt werden. Durch die dringende Käferholzaufarbeitung und -vermarktung blieb aber dazu keine Zeit, landkreisweit vielen rd. 350.000 Fm an Holz an!!! Doch Franz Köberle versprach dem Gemeinderat, dass er es sich für das nächste Jahr ganz fest vorgenommen hat. Weiter konnte er berichten, dass die Forstverwaltung nun seit einem Jahr zur Landkreisverwaltung gehört und sich die meisten Abläufe eingespielt haben. Natürlich gibt es zwischendurch auch mal noch Probleme. Die Privatwaldbetreuung durch den staatlichen Forst soll aber auf jeden Fall so fortgesetzt werden, dafür wird sich auch Landrat Gerhard Bauer stark machen. Revierförster Hauber erläuterte schlussendlich die für das Jahr 2006 vorgesehenen Maßnahmen, die sich aufgrund des Mehreinschlages in den letzten Jahren auf einen geplanten Einschlag von 250 Fm beschränken werden. Ein Teil der vorgesehenen Arbeiten ist bereits erledigt. Zudem sollen die aufgrund des Käferbefalles abgeholzten Flächen mit Douglasie nachgepflanzt werden.
Auf Rückfrage erläuterten die Forstleute, dass die Nachfrage nach Douglasienholz in den letzten Jahren gestiegen ist. Zudem handelt es sich um eine unempfindliche und schnellwachsende Baumart, so dass man sich so einen zukunftsträchtigen Wald verspricht.

Im Blick auf die Waldarbeitersituation kann Revierförster Hauber den gleichen Stand wie im letzten Jahr vermelden: nach wie vor werden die Waldarbeiter der Gemeinde Blaufelden auch im Stadtwald Schrozberg eingesetzt. Zudem konnten auch einige Selbstwerber gefunden werden, die die Holzaufarbeitung und den Verkauf übernehmen - für den Holzwert bleiben allerdings dann nur noch wenige Euros übrig, die die Selbstwerber dann noch bezahlen.

Die Rückfragen aus der Mitte des Gemeinderates drehten sich zumeist um die Borkenkäferproblematik.
Warum zum Beispiel die Fichtenbestände nicht ganz abgeholzt werden? So eine Frage. Forstmann Köberle verwies hier auf die besseren Bedingungen der Naturverjüngung, deshalb versucht man, die Bestände so lange als nur möglich stehen zu lassen. Die Borkenkäferbekämpfung aus der Luft war ein weiteres Thema, das den Gemeinderat interessierte. Diese Möglichkeit sehen die Forstleute als sehr schwierig an, da der Käfer bei stehenden Bäumen, zudem geschützt unter der Baumrinde versteckt, vom Gift kaum erreicht wird. Im weiteren Zusammenhang berichtete Bürgermeister Klemens Izsak den Stadträten von der neuerlichen Biberansiedlung bei Spielbach. Von Schäden, die der Biber anrichtet, ist bisher nichts bekannt geworden. Die vorgelegte Jahresrechnung 2005, die entgegen der vorgesehenen Planung einen Zuschussbedarf von 7.000 € (eingeplant waren rd. 8.500 €) sowie die Planung für 2006 mit einem Zuschussbedarf von 8.320 € wurden vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet.