Sitzungsberichte

21. 1. 2018

Schule rüstet auf zur Ganztagesbetreuung

Die große Politik diskutiert schon seit einiger Zeit über den Ausbau der Kinderbetreuung in Schulen und Kindergärten, allerdings geht die Umsetzung nur holprig voran. Die Schrozberger Schule hat für alle drei Schularten schon im November des letzten Jahres beantragt, die Ganztagesbetreuung anbieten zu dürfen, da auch in unserer ländlichen Gegend immer mehr Kinder nachmittags ohne elterliche Aufsicht sind. Nachdem der Antrag zunächst mehr ablehnend betrachtet wurde, kam Ende März dann doch eine teilweise Zusage. Ab dem Schuljahr 2007/2008 können für einige Klassen der Realschule Ganztagesangebote geschaffen werden.

Rektor Dieter Klein erläuterte dem Gemeinderat, wie die Umsetzung erfolgen soll. Vorgabe des Regierungspräsidiums dazu ist, dass die Betreuung insgesamt 7 Zeitstunden pro Tag umfassen muss. Dazu gewährt das Land 8 weitere Lehrerstunden, die nach freier Aufteilung durch die Schulleitung eingesetzt werden können. Zudem versucht die Schulleitung, eventuell auch Angebote des Jugendzentrums oder auch von TSV und anderen Vereinen in den Stundenplan einzubauen.
Mittags muss den Schülern ein Essen angeboten werden. Dieses Angebot gibt es jetzt schon seit geraumer Zeit, derzeit angeboten über das Jugendzentrum (dienstags) und über die Hauswirtschaftslehrer der Schule (donnerstags). Wenn künftig aber an vier Wochentagen ein Mittagessen anzubieten ist, übersteigt dies die Möglichkeiten von Jugendhaus und Schule. Die Schulleitung hat bereits verschiedene Angebote externer Anbieter vorliegen und ein Probelauf hat ebenfalls schon stattgefunden.

Zudem wurden in der Schule in der Vergangenheit schon viele Dinge vorbereitet, die in diese Richtung zielen. Rektor Dieter Klein nannte dazu die Anstrengungen im Rahmen der „Schule kreativ“, bei der die Schule „wohnlicher“ gestaltet wurde, Sprach- und Hausaufgabenförderung, Kletterwand, Lerninseln, Schülerbücherei und vieles andere mehr. Bei der Umsetzung der Ganztagesschule würden aber nicht nur die Realschule, sondern auch Grund- und Hauptschule zumindest ein Stück weit einbezogen. Z.B. können die Hauptschüler das freiwillige Unterrichtsangebot ebenfalls wahrnehmen und die Stundenpläne aller Klassen sollen „entschleunigt“ werde, was soviel heißt, dass lieber Nachmittagsunterricht angesetzt wird, um auf die 6. Unterrichtsstunde am Vormittag zu verzichten. Der Schrozberger Schulleiter wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schüler künftig mehr Zeit an der Schule verbringen – was doch auch zu kritischen Äußerungen aus der Mitte des Gemeinderates führte. Denn dort, wo die familiären Strukturen noch passen, sieht man die Notwendigkeit nach weiterer schulischer Betreuung eher negativ.

Weitere Fragen des Gemeinderates gingen in Richtung Bedarfserfahrungen bzw. –anmeldungen von Seiten der Eltern. Hierzu konnte Rektor Dieter Klein keine Antwort geben, eine Erhebung oder Umfrage wurde noch nicht durchgeführt. Die Kosten, die auf die Eltern zukommen werden, sind begrenzt auf ein Entgelt für die Mittagsverpflegung – und das soll möglichst günstig angeboten werden.
Es wurden aber auch kritische Stimmen laut – für die SPD-Fraktion war das Grund, gegen die Einführung der Ganztagesschule zu stimmen. „Wir haben einen LKW bestellt und ein Mofa bekommen“ – dazu noch die Befürchtung, dass bisher erteilter Ergänzungsunterricht künftig deshalb entfallen muss – das ist für die Fraktion dann ein fauler Kompromiss und Grund genug, lieber darauf zu verzichten. Bürgermeister Klemens Izsak sieht dies mit geteilter Meinung, denn durch das zusätzliche Angebot wird zwangsläufig zusätzliches Personal benötigen, was zwangsläufig zu höheren Ausgaben führt. Deshalb wird die Schule nun im Kleinen anfangen, ein Betreuungsangebot aufzubauen – und wenn das angenommen wird, kann es immer noch ausgebaut werden. Dazu kam aus der Mitte des Gemeinderates der dringende Appell, dass die Schule Arbeitsgemeinschaften anbieten muss, die auch angenommen werden.

Ab Herbst wird nun das zusätzliche Betreuungsangebot eingeführt und entsprechende Stundenpläne aufgestellt. Die Eltern entscheiden und können ihre Kinder dazu anmelden – dann wird sich zeigen, wie das Angebot ankommt!!!