Sitzungsberichte

25. 4. 2018
Ehrungen und Verabschiedungen im Gemeinderat
Ehrungen und Verabschiedungen im Gemeinderat

Ehrungen und Verabschiedungen im Gemeinderat

Es war die erste Sitzung des „neuen“ Gemeinderates, also nach der Wahl vom 7. Juni diesen Jahres.

Doch bevor die neuen Gemeinderäte verpflichtet und ihr Amt eingeführt werden konnten, stand die Verabschiedung der ausscheidenden Ratsmitglieder auf der Tagesordnung.

8 der bisherigen Mandatsträger traten bei der Wahl nicht mehr an oder wurden nicht mehr gewählt. Mit sehr persönlichen Worten würdigte Bürgermeister Klemens Izsak das Wirken jedes einzelnen, angefangen bei Stadtrat Friedrich Schuch, der sage und schreibe 38 Jahre dem Gemeinderat angehörte. Doch nicht nur das, er war auch Stimmenführer bei den Kommunalwahlen ab 1980 bis heute und von 1975 an Stellvertreter des Bürgermeister. All seine Verdienste und sein ehrenamtliches Engagement in den zurückliegenden Jahren wäre es wert gewesen, einen eigenen Festakt auszurichten.

Als Friedrich Schuch als junger Landwirt 1971 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurde, war die damalige Welt im Auf- und Umbruch. Die Kommunalreform war das allbeherrschende Thema und sorgte auch in den Gremien für sehr viel Diskussionsstoff und Überzeugungsarbeit. Ein großer Einschnitt war die Stadterhebung Schrozbergs durch die Eingemeindung von Bartenstein – ein ganz besonderer Tag für die damals kommunalpolitisch Verantwortlichen. Doch mit Abschluss der Gebietsreformen war die Arbeit des Gemeinderates nicht getan, sondern es fing alles erst so richtig an. Die komplette Infrastruktur musste überdacht und geändert werden. So wurde das Schulzentrum erweitert und die Stadthalle gebaut.

Bei der Kommunalwahl 1975 wurde Friedrich Schuch schon mit dem zweitbesten Stimmergebnis über alle Bewerber belohnt. Während dieser Amtszeit setzte sich das Aufstreben der jungen Stadt Schrozberg fort. Mit dem Bau der Stadthalle wurde auch ein Kulturprogramm begonnen, das Größen wie Götz George, Hans-Joachim Kuhlenkampff und viele andere nach Schrozberg zog – wobei zugegeben: die waren zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz so berühmt wie später. Weitere Projekte waren der Bau der Kläranlagen in Ettenhausen und Riedbach sowie die Flurbereinigung in Spielbach, der Neubau des Wasserturms für Schrozberg, die Stadtsanierung im Ortskern und die Standortfrage für einen neuen Friedhof.

Bei der Wahl im Jahr 1980 wurde Friedrich Schuch dann „Stimmenkönig“, und das blieb er bei allen folgenden Wahlen. In dieser Amtszeit avancierte Schuch dann zum 1. Bürgermeisterstellvertreter, nachdem er zuvor bereits als 2. Stellvertreter agierte – und auch in dieses Amt wurde er immer wieder gewählt.– eine Bilanz wie sonst nur beim FC Bayern oder bei Michael Schuhmacher, stellte Bürgermeister Klemens Izsak humorvoll fest. Projekte in den folgenden 4 Jahren waren die Ortsdurchfahrt Ettenhausen sowie Leichenhallen in den Teilorten. Und schon damals wurde um eine Ortsumgehung für Schrozberg diskutiert, die allerdings in der Form nie realisiert wurde. Ein weiteres Thema, nämlich eine Autobahnanschlussstelle direkt für Schrozberg blieb ebenfalls Fiktion.

Bei den Wahlen 1984 wurde Hellmut Seuffert aus Krailshausen dann in den Gemeinderat gewählt, als Landwirt ein starker Sprecher für seine Berufskollegen. Ein weiteres Steckenpferd war der Forst – und die Fragen und Anregungen von Helmmut Seuffert zeugten von großem Sachverstand. Aktiv wurde er bei der Flurbereinigung und der Abwassermaßnahme in Krailshausen, was der Stadtverwaltung vieles leichter machte.
Bei der Wahl damals gab es einen Umbruch im kommunalpolitischen Umfeld, denn die beiden Gruppierungen CDU und Wahlgemeinschaft für Jedermann gewannen an Stimmen und Sitzen. Die Diskussionen und Beratungen wurden deutlich aufwändiger – in dieser Zeit kam also so richtig Leben in die Kommunalpolitik. Auch Projekte gab es wieder zuhauf – Neubau des Feuerwehrmagazins, Umbau von Dorgemeinschaftshäusern und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in Bartenstein, was ein besonders heikles Thema war.

Mit den nächsten Kommunalwahlen stieß Friedrich Wunderlich aus Lindlein in die Ratsrunde – er wird zwar jetzt auch diesem Gremium verabschiedet, bleibt aber als Ortsvorsteher dabei – zudem bleibt er weiterhin im Ortschaftsrat Schmalfelden und wird neuerdings im Kreistag sicher auch Schrozberger Interessen vertreten. Die Probleme der Amtsperiode des Gemeinderates waren komplett andere als zuvor – denn mit der Grenzöffnung im Osten gab es plötzlich „Wohnungsnot“, während davor die Einwohnerzahlen rückläufig waren. Bürgermeister Klemens Izsak erinnert sich, dass damals auf ein Baugebiet nach dem anderen ausgewiesen werden mussten. Die Ansiedlung der Firma Thiele fiel ebenfalls in diese Zeit. Ein großes Thema war die Standortentscheidung für ein neues Altenpflegeheim, das nach dem Willen des Gremiums nach Bartenstein gebaut werden sollte – ein richtungweisender Beschluss, den aber der Investor nicht umsetzen wollte. Weitere Projekte waren die Sanierung der Brunnenstraße, der Erwerb einer Drehleiter als Feuerwehrfahrzeug, die Ortskernsanierung mit Aussiedlung der Molkerei, Schulhauserweiterung und die Schlosssanierung samt Außenanlagen.

Schon standen 1994 die nächsten Wahlen an und brachten einen Sitz für Rainer Dümmler. Als Sprecher der CDU bei den Haushaltsdebatten hat er seinen Sachverstand als Finanzexperte voll einsetzen können. Doch auch bei der Sportförderung war er Experte und wertvoller Ratgeber insbesondere beim Bau der neuen Halle oder dem Kunstrasenplatz. Große Investitionen stand auch schon zu Beginn der Ratstätigkeit von Dümmler auf dem Programm – mit dem Jugendhaus, einem neuen Bauhof, Bau der Verbindungsspangen, Sanierung der Liederhalle in Schmalfelden und den Beginn der zahlreichen Abwassermaßnahmen floss viel Geld durch den Stadtsäckel.

1999 wurde Armin Brauns zum Stadtrat gewählt. Bürgermeister Klemens Izsak betonte, Rechtsanwälte neigen in Gremien oft dazu, ihre juristischen Kenntnisse für Belehrungen der Verwaltung und der übrigen Ratsmitglieder einzusetzen, nicht so Armin Brauns. Zudem ist Armin Brauns Sohn des früheren Bürgermeisters von Bartenstein, also familiär kommunalpolitisch vorbelastet. Die Amtszeit begann damals mit den Feiern zum 750-jährigen Jubiläum von Schrozberg. Themen der Arbeit im Gemeinderat waren der Neubau des Altenpflegeheimes, Erweiterungen im Industriegebiet und die Planung/Neubau der Mehrzweckhalle.

2001 kommt Rolf Grübel außerhalb der Wahlen und als Nachrücker für den scheidenden Stadtrat Gerd Wiese in die Sitzungsrunde. Auch er war „Sachverständiger“ für Finanzen und Sportangelegenheiten und in dieser Zeit damit goldrichtig. Der Bau des Kunstrasenplatzes war nämlich eines der ersten Projekte damals.

2004 wurde Jürgen Hachtel aus Leuzendorf gewählt. Themen dieser Zeit waren der Abschluss der Verbindungsspangen um Schrozberg, die Stilllegung des Steinbruchgeländes in Schmalfelden, die Ersatzbeschaffung die Feuerwehrdrehleiter und die Einweihung der neuen Halle. Unerfreulich, aber zwischenzeitlich auch schon wieder Vergangenheit, der Brand des Städtischen Kindergartens mit dem folgenden Wiederaufbau.

2007 rückte Martin Schmalbach nach, nachdem Hans-Joachim Feuchter die Ratsrunde auf eigenen Wunsch verlassen wollte. Die Projekte der letzten Jahre sind allen noch in bester Erinnerung, so lange liegt das ja noch nicht zurück bzw. manche Dinge sind erst in der Umsetzung. Bürgermeister Klemens Izsak sprach die Sanierung bzw. Neubau der Kindergärten der Teilorte an, die Stadtsanierung in Schrozberg oder die bereits abgeschlossene Bautätigkeit der LBV Schrozberg.

Bei seinem Dank an die scheidenden Gemeinderäte betonte der Vorsitzende, dass es nicht immer leicht ist, Entscheidungen zu treffen und dafür dann auch den Kopf hin zu halten. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass so manche vernünftige Entscheidung im Sitzungssaal von den Bürgern anders gesehen wird.

Einzeln und nacheinander würdigte Bürgermeister Klemens Izsak die Verdienste der scheidenden Räte und bedankte sich ganz persönlich. Unter Beifall der gesamten Ratsrunde erhielten die Stadträte Friedrich Wunderlich, Hellmut Seuffert, Rainer Dümmler, Armin Brauns, Rolf Grübel und Martin Schmalbach ein Abschiedsgeschenk und eine Urkunde.

Mit „standig ovations“ verabschiedete das Gremium seinen Ratsältesten Friedrich Schuch. Bürgermeister Klemens Izsak brachte sein Bedauern zum Ausdruck, einen unkomplizierten und kooperativen Stellvertreter zu verlieren. Mit Routine erledigte Schuch die Bürgermeisteraufgaben und war oft wertvoller Ratgeber bei Entscheidungen. Durch seine vielen Tätigkeiten in anderen Gremien wie im Kreistag, beim Regionalverband, der Jagdgenossenschaft und in Vereinen hatte Schuch einen sehr großen Weitblick für anstehende Entscheidungen. Auch bei vielen Verwaltungsarbeiten brachte er sich ein. Bürgermeister Klemens Izsak erinnert sich an die Pflegesatzverhandlungen für das Krankenhaus, bei denen Friedrich Schuch routiniert und besonnen agierte – immer sehr zum Vorteil für die Stadt.
Nach dem langen Beifall musste Friedrich Schuch fast etwas erwidern, was ihm aber sichtlich nicht ganz leicht fiel. Seine Erinnerung reicht zurück bis zur seiner ersten Sitzung 1971, die im Verbindungsbau des Rathauses stattfinden musste, anderen Platz gab es damals nicht. In der langen Zeit als Gemeinderat hat er in der Tat viel Kritik aus der Bürgerschaft abbekommen. Doch oftmals kommen solche Äußerungen aus Unkenntnis der Kritiker. Er hat gelernt, den Leuten die Umstände näher zu bringen und aufzuklären – das hat so manche Kritik durch Vernunft erstickt, und das möchte er seinen Ratskollegen so mit auf den Weg geben.

Bei vielen Terminen hat er zudem erfahren dürfen, wie groß doch die Wertschätzung gegenüber dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung ist.

Passend zu diesen feierlichen Momenten bedankte sich Bürgermeister Klemens Izsak bei Stadträten, die nun schon mindestens 20 Jahre im Amt sind bzw. waren mit der Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg und der Ehrennadel in Silber. Das scheidende Ratsmitglied Friedrich Wunderlich sowie die Stadträte Karl-Heinz Deeg, Günther Fischer, Peter Kümmerer und Werner Schilpp wurden mit dieser Ehrung ausgezeichnet. Mit dem Wunsch auf künftig vertrauensvolle Zusammenarbeit reichte ihnen der Bürgermeister zum Dank die Hand sowie ein Präsent der Stadt Schrozberg.