Sitzungsberichte

24. 4. 2018

Breitbandversorgungversorgung in Schrozberg – Trauerspiel ohne Ende

Dass es in Schrozberg nicht ganz einfach ist, die Breitbandversorgung an allen Wohnplätzen sicherzustellen, ergibt sich per se, da bei einer derart dezentralen Struktur und im Blick auf die Vielzahl der Wohnplätze nicht überall eine entsprechende Kabelverbindung vorhanden ist.

Kurz zur Ausgangslage: Auf der Strecke von Spielbach über Schrozberg läuft ein Glasfaserkabel der Deutschen Telekom mit Knotenpunkten in Spielbach und Schrozberg. Entlang diesen Bereichen ist die Versorgung kein Problem – auch die östlichen Ortsteile sind gut versorgt. Probleme gibt es dort, wo Teilorte zu weit vom Knotenpunkt weg sind. Deshalb hat die Stadtverwaltung schon früh mit Versorgern Kontakt aufgenommen. Auch die Lösung war schnell klar: mit neuen Knotenpunkten in Windisch-Bockenfeld und Schmalfelden, die über Glasfaser angebunden werden müssten, wäre das Problem aus der Welt.

Also hat die Stadtverwaltung entsprechende Anträge auf die Landesförderung zur Verlegung von Leerrohren gestellt. Ein Teil der Rohre konnten im Bereich Schmalfelden bis Wolfskreut im Zuge der Abwassermaßnahmen auch schon verlegt werden. Zwischenzeitlich wurden aber auf Bundesebene zur besseren Internetanbindung neue Funkfrequenzen vergeben, die die Anbieter jetzt natürlich auch vertreiben wollen. Dies wirkt sich letztendlich auch erschwerend auf die Genehmigung von Zuschüssen für die Leerrohrverlegung aus. Der jetzige Stand ist also verzwickt, denn selbst wenn die Leerrohre vollends verlegt werden würden, findet sich derzeit kein Anbieter, der ein Kabel verlegt und damit die Anschlüsse aufwertet.

Die Stadtverwaltung wird an dem Thema weiter dran bleiben. In der Ratsrunde ergab sich eine rege Diskussion im die Problematik, denn z.B. für Landwirte ist im Blick auf die technischen Anforderungen ihrer Anlagen und Geräte ein schneller Anschluss an das Internet schlichtweg erforderlich. Zum Teil haben sich auch schon Alternativlösungen entwickelt, die aber in aller Regel nicht nur teuer, sondern auch wartungsanfällig und nicht unbedingt verlässlich sind. Auch die neue Funktechnologie „LTE“ bietet nicht die Bandbreite, die benötigt wird. Der Gemeinderat unterstützt die Verwaltung im Vorhaben, die kabelgebundene Lösung weiter zu verfolgen und notfalls die Leerrohre zu verlegen, bevor die Fördermittel wieder zurückgehen. Allerdings muss eine gewisse Hoffnung bestehen, dass sich ein Anbieter findet, der dann auch die Versorgung sicher stellt.