Sitzungsberichte

24. 1. 2018
Stadtwald kostet Geld
Stadtwald kostet Geld

Stadtwald kostet Geld

Als Eigentümer von mehr als 80 Hektar Waldfläche muss die Stadt Schrozberg jedes Jahr Geld mitbringen. Zwar ist der Zuschussbedarf überschaubar, trotzdem bleibt aber nichts übrig. Das liegt zum einen an den vielen Kleinparzellen, zum anderen am Holzbestand, der wenig Wertholz, sondern meist nur Brennholz bringt.

Zur letzten Sitzung kamen die Forstleute Hermann Kirschstein und Waltraud Leinen, um dem Gemeinderat über Situation und Planungen zu informieren. Erfreulich gut zeigen sich derzeit der Holzmarkt und die Preissituation, allerdings muss man sehr vorsichtig agieren. Forstfachmann Hermann Kirschstein vom Haller Amt berichtet von wenigen Waldschäden durch Sturm und Käferbefall im Jahr 2009. Allerdings ist der Absatz im wertvollen Laubholzbereich deutlich rückläufig – vielleicht eine Auswirkung der Wirtschaftskrise, die Privathaushalte kaufen einfach weniger Möbel. Auf jeden Fall war das Anlass für die Forstfachleute, die Wertholzsubmission in Schrozberg 2010 ausfallen zu lassen. Das war die richtige Entscheidung, landesweit sind 1/3 der Termine abgesagt worden und von dort, wo die Holzverkäufe durchgeführt werden, hört man nichts Gutes.

Waldtraud Leinen, als Försterin zuständig für den Stadtwald Schrozberg, konnte es sich etwas einfach machen, denn sie hatte die Ratsmitglieder erst im Herbst durch einige Teile des Stadtwaldes geführt und umfangreiche Erläuterungen zur näheren Zukunft des Wald auch im Blick auf notwendige Arbeiten gemacht. Beispielsweise steigt der Hiebsatz, also das was eingeschlagen werden soll, deutlich an. Das zeugt davon, dass viele jüngere Bestände durch den Holzzuwachsund die sehr gute Nachfrage nach Brennholz jetzt doch wirtschaftlich interessanter werden.

Auch im Stadtwald kann man Probleme durch Sturm oder Käfer nahezu vernachlässigen. Noch nicht ganz klar ist, wie sich der Kahlfrass durch die Eichenwicklerraupe bei den Eichen, der 2009 großflächig zu beobachten war, auswirken wird. Derzeit wird untersucht, ob es dadurch zu einer Schwächung der Bäume und damit größeren Problemen kommen kann. Ähnliches gilt für den Befall der Eschen durch eine Pilzinfektion.

2009 wurden einige Bestandspflegemaßnahmen durchgeführt, so im Walkberg bei Ettenhausen und auch im Krailshausener Tal, wo aufwändige Hochastungen gemacht wurden. Allerdings gibt es nur so später wertvolle Stämme bei Douglasien und Kirschen. Im Krailshausener Tal wurde auch der Bestand insgesamt durchforstet und einige „Reste“ vom früheren Käferbefall ausgeglichen. Dort sollen 2010 schwerpunktmäßig Neupflanzungen erfolgen.

Insgesamt wurden 2009 rd. 400 Fm eingeschlagen, 2010 sind 370 Fm mit Schwerpunkt bei Reichertswiesen geplant. Der Erlös dafür reichte aber nicht für die angefallenen Ausgaben nicht aus, der Zuschussbedarf betrug 6.300 €. Auch für 2010 rechnet die Forstfrau auch wieder mit roten Zahlen, nach dem Plan rd. 5.000 €.

An der Waldarbeitersituation hat sich in den letzten Jahren nichts geändert, nach wie vor arbeiten die Waldarbeiter der Gemeinde Blaufelden auch im Stadtwald Schrozberg. Zudem wird ein Teil der Durchforstungsarbeiten an Fremdfirmen vergeben, die dann die Aufarbeitung komplett übernehmen.

Unser Bild zeigt den Gemeinderat mit Försterin Waltraud Leinen beim Ortstermin im Oktober.