Sitzungsberichte

19. 1. 2018
Schule Schrozberg
Schule Schrozberg

Schule Schrozberg – vom Außenseiterplatz auf Pole Position

Ein großes Thema der Landespolitik war in den vergangenen Jahren die Bildungs- und –Schulentwicklung und die Regierungsparteien CDU/FDP haben sich mit ihren Reformplänen gerade in den ländlichen Bereichen nicht viele Freunde gemacht.

Doch das ist alles Geschichte – schon vor dem Regierungswechsel hat die Politik nachgegeben und unter der neuen Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer wurde die neue Form der Werkrealschule komplett abgesagt. Die neuen Bildungspläne gehen hin zu gemeinsamer Betreuung aller Schüler bis zu einer gewissen Altersstufe – und das könnte die Schule Schrozberg relativ einfach umsetzen. Rektor Brändle provozierte sicherlich etwas, als er dazu sagte, dass sein Schulbetrieb in 5 Minuten entsprechend umgestellt wäre.

Diese neuerlichen Entwicklungen passen natürlich wie gemacht zum Schulangebot in Schrozberg. Rektor Urban Brändle war in der letzten Sitzung des Gemeinderates und berichtete über derzeitigen Entwicklungstendenzen. Dabei ist nun ein großer Vorteil, dass die Schule Schrozberg schon immer als Verbundschule, das heißt Grund-, Haupt- und Realschule unter einem Dach und unter einer Leitung, betrieben wird. Auch der Weg zur Ganztagesschule, auf den sich die Schule schon unter der Leitung von Dieter Klein gemacht hat, war absolut richtig und vorausschauend. Urban Brändle, seit einem Jahr jetzt Schulleiter, hat das ganze noch intensiviert und verschiedene Steuerungsgruppen eingerichtet, die sich um spezielle Themenfelder kümmern und so die Arbeit der Schulleitung unterstützen. Dabei sind die Arbeit mit Jugendbegleitern sowie mit Vereinen und Ehrenamtlichen, die Mitarbeit der Schulsozialarbeiter und pädagogischen Assistentinnen wie auch die Mittagsverpflegung wichtige Bausteine bei der schulischen Weiterentwicklung. Neue Themenfelder sind die Inklusion, also die Integration von behinderten Kindern in den „normalen“ Schulalltag sowie die Überlegungen zur Basisschulbetreuung. Hierzu ist vor allem die Ausstattung mit ausreichend Lehrkräften, die natürlich mit entsprechender Motivation an ihre Aufgaben gehen, eminent wichtig.

Positiv hat sich auf den Fall die Schülerzahl entwickelt, die vom Statischen Landesamt für Schrozberg prognostizierten Zahlen mit 460 Schülern zeigt sich mit 510 Schülern auf jeden Fall deutlich besser. Zwischenzeitlich kommen auch aus anderen Gemeinden immer mehr Schüler nach Schrozberg, aus welchen Gründen auch immer. Rektor Urban Brändle will – das hat er sich bei seinem Stellenantritt in Schrozberg geschworen – anderen Schule keine Schüler abwerben. Doch wenn die Schule Schrozberg über die Stadtgrenzen hinaus den Ruf als gute Schule hat, sind auswärtige Schüler selbstverständlich willkommen.

In der Ratsrunde entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch. Insbesondere die Entwicklungstendenzen sorgen auch bei den Gemeinderäten für eine gute Stimmung, insbesondere wenn man noch an die zurückliegenden Diskussionen denkt, bei denen eher die Skepsis überwogen hat.

Aber es kamen auch kritische Stimmen auf, denn der Gemeinschaftsunterricht bremst die besseren Schüler doch etwas aus. Der Schulleiter hat aber auch da schon Ideen. Nach wie vor werden die Gymnasialschüler bereits nach der 4. Klasse die Schule wechseln, wobei in Zukunft die Eltern entscheiden, ob ihre Kinder das wollen oder sollen – es wird keine verbindliche Grundschulempfehlung mehr geben. Ab der 5. Klasse könnten in den Hauptfächern Differenzierungen bezüglich der Schülerleistungen erfolgen, die ab der 7. Klasse als Klassenteilungen in Kurse vorgenommen werden, wo entsprechend den Leistungen der Schüler Rücksicht genommen werden kann.

Einige der Gemeinderäte appellierten aber auch an den Schulleiter, nicht nur einseitig den Schulbetrieb umzugestalten, sondern das ganze aktiv nach außen zu tragen – sei es zu den Eltern, in den Gemeinderat oder wie auch immer.

Zusammenfassend konnte Bürgermeister Klemens Izsak feststellen, dass alle das gleiche Ziel vor Augen haben – nämlich die bestmöglichen Bildungsaussichten für unsere Schüler bei gleichzeitigem Erhalt des Schulstandortes Schrozberg.