Sitzungsberichte

26. 4. 2018

Zukunftsentwicklung der Feuerwehr Schrozberg beschäftigt Gemeinderäte

Schon lange beschäftigt sich die Feuerwehr Schrozberg mit dem Strukturwandel, der bedingt durch unterschiedliche Einflüsse kommen muss.

Kommandant Marc Möbus war dazu in der Sitzung und erläuterte ausführlich diese Einflüsse und deren Wirkungen. Ausgangspunkt dazu ist die Tatsache, dass aufgrund gesetzlicher Verpflichtung jede Gemeinde auf eigene Kosten eine leistungsfähige Feuerwehr unterhalten muss. Diese Definition wird durch die Festlegung von Einsatz- und Rettungsmindestzeiten gesetzlich geregelt und schafft straffe Vorgaben: letztendlich bleiben nach Berücksichtigung von Alarmierungs- und Anrückzeiten nur noch rund fünf Minuten für das erste Einsatzfahrzeug, das mit einer Löschgruppe – also neun Feuerwehrleuten besetzt sein muss, für die Anfahrt zur Einsatzstelle. Nach weiteren fünf Minuten muss gemäß der gesetzlichen Vorgabe ein zweites Löschgruppenfahrzeug vor Ort sein können. Damit lassen sich auf der Stadtkarte Kreiseinteilungen vornehmen, die aber nicht alles abdecken.

Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit werden zudem teilweise durch Förderbestimmungen des Landes beeinflusst. So muss bei einer Fahrzeugersatzbeschaffung im Falle der Mitfinanzierung des Landes zwingend ein Fahrzeug mit eigenem Löschwassertank gekauft werden.

Zuletzt wird auch die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr und die Verfügbarkeit der Feuerwehrleute mehr und mehr zu einem wichtigen Gesichtspunkt. Gerade bei der Verfügbarkeit während der üblichen Arbeitszeiten tagsüber kann es bisweilen zu Engpässen kommen.

Über alle diese Punkte hat sich die Feuerwehr schon lange Gedanken gemacht. So sind die Abteilungen Bartenstein, Ettenhausen und Riedbach intern „zusammengerückt“ und machen bereits jetzt insbesondere beim Einsatztraining gemeinsame Sache. Die Zukunftsplanung sieht vor, dass es mittelfristig für den gesamten westlichen Stadtbereich nur noch eine Einsatzabteilung geben soll. Die Abteilungen im östlichen Stadtgebiet werden bis auf Schmalfelden erhalten bleiben. Dazu wurde in Leuzendorf mit dem Bau des Ortszentrums eine zeitgemäße und zukunftsgerichtete Unterbringung für die dortige Feuerwehrabteilung geschaffen – dort fehlt jetzt nur noch ein entsprechendes Einsatzfahrzeug, das den heutigen Anforderungen genügt. Kurzfristig hat Kommandant Möbus den Vorschlag, das bei der Abteilung Schrozberg eingesetzte Löschgruppenfahrzeug LF 8 künftig in Leuzendorf einzusetzen und für die Schrozberger Abteilung als Ersatz ein multifunktionales Fahrzeug für den Geräte- und Mannschaftstransport zu beschaffen. In der Zukunft sind dann aber zahlreiche weitere Beschaffungen bzw. Investitionen erforderlich: für die Abteilung Leuzendorf ist schon bald eine Fahrzeugersatzbeschaffung notwendig, da das heutige Löschgruppenfahrzeug bereits fast 30 Jahre alt ist. In Schrozberg wäre im Blick auf den Platzmangel im Gerätehaus ein Anbau nötig. Für das westliche Stadtgebiet muss zunächst ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus gebaut und dann ein entsprechendes Fahrzeug beschafft werden. Das gleiche kommt dann auch für die Abteilung Spielbach noch zum Tragen. Dabei darf man nicht aus den Augen verlieren, dass auch das heutige Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 der Schrozberger Abteilung „altershalber“ ersetzt werden müsste – das steht für 2022 auf dem Beschaffungsplan.

Und schlussendlich steht unter all diesen notwendigen Investitionen eine Summe von 3,5 - 4 Mio. €, die mittelfristig für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung in die Feuerwehr investiert werden muss. Damit sieht die Zukunft der Gesamtfeuerwehr Schrozberg doch schon sehr konkret aus. Allerdings muss dazu noch ein entsprechender Feuerwehrbedarfsplan aufgestellt werden, der das auch entsprechend wiedergibt – das verlangt das Land Baden-Württemberg als Geldgeber bei Fördermaßnahmen.

Die Gemeinderäte folgten den Ausführungen des Stadtbrandmeisters sehr aufmerksam und die Wortmeldungen ließen den Schluss zu, dass grundsätzlich einhellige Zustimmung zu den Zukunftsplänen und damit die Bereitschaft für die Finanzierung der damit notwendigen Maßnahmen besteht. In der Aussprache ging es noch um die Zukunft der Abteilung Schmalfelden. Dort soll nach den Plänen von Kommandant Möbus zunächst zwar das jetzige Einsatzfahrzeug von Leuzendorf hinkommen – bisher verfügt die Abteilung nur über einen Anhänger. Trotzdem wird diese Abteilung spätestens dann nicht mehr in der Alarmierungsordnung geführt werden, wenn das Fahrzeug altershalber ausgesondert werden muss.

Ein Stadtrat kritisiert die geringe Landesförderung – er hält die staatliche Unterstützung mit gerade mal 10 % der Kosten für zu gering. Eine andere Wortmeldung konstatierte, dass in der jüngeren Vergangenheit schon die richtigen Zeichen erkannt und die richtigen Maßnahmen eingeläutet wurden, da wird man nun anknüpfen können.

Für die Feuerwehr steht jetzt noch etwas Arbeit an, denn diese ganzen Entwicklungsziele, die der Gemeinderat zustimmend gebilligt hat, müssen in einen entsprechenden Bedarfsplan eingearbeitet werden.

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