Sitzungsberichte

22. 1. 2018

Flüchtlingsheim wird bald belegt

Flüchtlingsheim wird bald belegt

Die beiden Gebäude im Zeller Weg, die der Landkreis Schwäbisch Hall derzeit neu errichtet, sind nun weitgehend fertig gestellt. Die Schrozberger Gemeinderäte haben sich vor der letzten Sitzung dort getroffen, um die Räumlichkeiten mal von innen zu besichtigen. Marina Köhler, die Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises, erläuterte die künftige Nutzung der beiden fast baugleichen Gebäude. Neben Gemeinschaftsräumen wie Küche, Waschraum und Räume für andere Gemeinschaftsnutzungen bieten die Wohnräume jeweils Platz für drei Personen. Die Belegung wird mit maximal 100 Personen erfolgen, wobei derzeit absolut noch nicht klar ist, wie viele Personen tatsächlich dort untergebracht werden und ob das eher Einzelpersonen oder auch Familien sein werden. Klar ist, dass der Landkreis künftig nicht mehr die bisherige minimale Grundfläche von 4,5 qm pro Person, sondern 7 qm Wohnfläche zugestehen wird, nicht zuletzt deshalb weil momentan deutlich geringerer Flüchtlingszustrom zu verzeichnen ist.

In der Sitzung hatte zunächst Heidrun Pflüger vom Arbeitskreis Asyl in Schrozberg das Wort. Sie berichtete von der guten Arbeit, die die ehrenamtlichen Helfer leisten. Egal ob Unterstützung bei Behördengängen, Arztbesuchen, zusätzlichem Sprachunterricht oder den kleinen Problemen des Alltages – bisher konnten die in Schrozberg angekommenen Flüchtlinge gut aufgenommen werden. Dazu fanden zahlreiche Veranstaltungen wie beispielsweise Begegnungsnachmittage statt, zu denen die ganze Bürgerschaft eingeladen war. Momentan werden acht Familien und sechs Einzelpersonen, insgesamt 36 Menschen begleitet, die besonders durch die eingerichteten Patenschaften die Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zurückgeben, die ihnen entgegengebracht wird. Gerade das macht die Arbeit für alle, egal ob Flüchtlinge oder Einheimische, sehr wertvoll. Bei der Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und den zuständigen Sozialarbeitern des Landkreises haben die Ehrenamtlichen bisher ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht und immer offene Ohren für ihre Anliegen gefunden.

Marina Köhler blieb in der Sitzung auch keine Antwort schuldig. Die Fertigstellung der beiden Gebäude wird sich noch ein paar Wochen hinziehen. Derzeit sind in Schrozberg 28 Menschen vom Landkreis untergebracht, bis zu 100 weitere könnten hinzukommen, wenn die Gebäude dann fertig sind. Das wird aber doch noch ein paar Wochen dauern – die tatsächliche Belegung ist aber noch völlig ungewiss. Die verwaltungstechnische Zuständigkeit ist klar geregelt: nach Ankunft der Flüchtlinge in Deutschland erfolgt die Erstunterbringung in den landeseigenen Erstaufnahmestellen – kurz LEA – bezeichnet. Von dort erfolgt die Verteilung auf die Landkreise, welche wiederum die Flüchtlinge im Rahmen der „vorläufigen Unterbringung“ auf Unterkünfte verteilen, die im gesamten Landkreis verteilt sind. Zwischenzeitlich konnten die anfänglich notdürftige Beherbergung wie beispielsweise in Sporthallen aufgelöst werden. Wenn die Flüchtlinge mit ihrem Asylantrag anerkannt wurden, spätestens aber nach zwei Jahren, endet diese vorläufige Unterbringung und die Flüchtlinge sollen möglichst in selbst angemietete Wohnungen umziehen. Da aber Wohnraum derzeit sehr schwierig zu finden ist, werden die Flüchtlinge zumeist den Kommunen im Landkreis zugewiesen – verwaltungstechnisch als „Anschlussunterbringung“ bezeichnet. Dazu gib es Aufnahmequoten, die die gleichmäßige Verteilung entsprechend der jeweiligen Größe der Gemeinde sicherstellen sollen. Da viele Flüchtlinge nach dem Aufnahmeverfahren in der Vergangenheit meist in Ballungszentren abgewandert sind, wird neuerdings mit Wohnsitzauflagen sichergestellt, dass die Menschen in der jeweiligen Gemeinde bleiben müssen. Ziel ist eine Entlastung der Ballungszentren und eine Entspannung der damit einhergehenden Probleme.

Die Gemeinderäte nutzten die Gelegenheit zu vielen Fragen. Marina Köhler stand Rede und Antwort beispielsweise zur Betreuung durch Sozialarbeiter, der Umsetzung der Wohnsitzauflage, zum Leistungsanspruch der Flüchtlinge und zur Verfahrensdauer der Aufnahmeverfahren.

Der Dank der Bürgermeisterin Jacqueline Förderer galt nicht nur der Flüchtlingsbeauftragten für die vielen Informationen, sondern viel mehr noch den Ehrenamtlichen in Schrozberg für ihre bisher vorbildliche Arbeit. Wenn jetzt bald noch mehr fremde Menschen nach Schrozberg kommen, ist noch viel mehr Hilfsbereitschaft gefragt und jeder ist angesprochen, sich nach Kräften einzubringen.