Sitzungsberichte

16. 1. 2018

Amtseinsetzung und Verpflichtung von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer

Großer Bahnhof bei der Amtseinsetzung von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer

Die Schrozberger kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus – am Abend des Wahltages vom 22. Mai gab es schon allen Grund zum Feiern. Dann natürlich das Abschiedsfest zu Ehren von Bürgermeister Klemens Izsak. Und jetzt – es ist noch keine ganze Woche vergangen – die feierliche Amtseinsetzung der neuen Bürgermeisterin von Schrozberg Frau Jacqueline Förderer.

Die Gemeindeordnung für Baden-Württemberg schreibt vor, dass die Amtseinsetzung in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung zu erfolgen hat. Doch es war von vornherein klar, dass der übliche Rahmen dazu nicht passt und es war auch klar, dass die üblichen Zuhörerplätze sicherlich nicht ausreichend werden. Deshalb fand diese Sitzung in der Stadthalle statt und viele Ehrengäste sowie Besucher folgten der Einladung.

Bürgermeisterstellvertreter und Stadtrat Werner Schilpp hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Verpflichtung und Vereidigung vorzunehmen. Zuvor begrüßte er allerdings die große Festgemeinde und vor allem die Ehrengäste, allen voran Landrat Gerhard Bauer sowie die beiden Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb und Anton Baron. Ebenfalls sehr zahlreich waren die Bürgermeisterkolleginnen und –Kollegen sowie der „noch nicht lang Bürgermeisterruheständler“ Klemens Izsak mit Ehefrau Karin gekommen. Zu den Festgästen gehörten weiterhin natürlich nahezu alle Gemeinderäte, alle Ortsvorsteher und viele Ortschaftsräte, Vertreter von Institutionen, Unternehmen, Vereinen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, die der offenen Einladung gerne gefolgt waren.

Vor der feierlichen Einsetzung und Verpflichtung holte der Bürgermeisterstellvertreter allerdings erstmal etwas aus und ging zurück an die Anfänge der Stadt Schrozberg bis ins Jahr 1249, als sicherlich eine Selbstverwaltung so wie heute absolut ein Fremdwort war. Erst Ende des 18. Jahrhunderts durften die Einwohner ein bisschen Selbstbestimmung üben und eigene Schultheißen sowie Beamte wählen. So sind bis 1927 sechs Bürgermeister namentlich bekannt. Die jüngere Stadtgeschichte hat mit der Einsetzung von Rudolf Neu als Bürgermeister direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und 40 Jahre später mit dem Wechsel zu Klemens Izsak eine bemerkenswerte Kontinuität vorzuweisen, die sich mit dem jetzigen Wechsel hoffentlich fortsetzen wird – rein auf ihr Lebensalter bezogen bringt Jacqueline Förderer dazu die wichtigste Voraussetzung mit.

Darauf ging auch Landrat Gerhard Bauer als einziger Grußwortredner des Abends ein. Schrozberg und natürlich damit auch der Landkreis Schwäbisch Hall hat jetzt nicht nur eine weibliche Bürgermeisterin, sondern auch noch die jüngste Amtsinhaberin in ganz Baden-Württemberg. Verbunden mit den nochmaligen Glückwünschen bestätigte er der jungen Bürgermeisterin den absolut guten Vertrauensvorschuss, den die Schrozberger Bürger ihr mit dem Wahlergebnis mitgegeben haben. Als Bürgermeisterin hat sie nicht nur den Vorsitz im Gemeinderat und die Sitzungsleitung. Vielmehr sitzt sie jetzt direkt an der Schaltstelle, an der die Zukunft für Schrozberg entwickelt und bestimmt wird. Theodor Heuss zitierend stellte Landrat Gerhard Bauer fest, dass ohne Städte und Gemeinden kein Staat zu machen ist – und nur so kommt man auch zum Heimatgefühl und –gespür, für das der Landrat eine Lanze brach. Dass sie in Schrozberg große Fußstapfen vorfindet, dafür hat ihr Vorgänger Klemens Izsak gesorgt. Gleichzeitig findet sie aber auch ein „gemähtes Wiesle“ vor, also eine gut aufgestellte Kommune mit einem hohen Aufgabenerledigungsgrad und damit auch optimale Startbedingungen. So blieb ihm eigentlich nur eins – nämlich Jacqueline Förderer alles Gute zu wünschen und der Hinweis, mit der großen Verantwortung bewusst umzugehen – schließlich startet sie als Bürgermeisterin nun mit dem zweitschönsten Beruf, den es nach dem Landratsposten überhaupt gibt. Mit einem Rucksack, gefüllt mit Proviant und Wanderkarten für den ganzen Landkreis, wünschte ihr Landrat Gerhard Bauer alles Gute für ihr künftiges Wirken. Fast den gleichen Gedanken hatten die Verantwortlichen in Schrozberg – damit die neue Bürgermeisterin ihre Gemeinde erschmecken kann, überreichte Bürgermeisterstellvertreter Werner Schilpp einen Verzehrkorb voller heimischer Produkte.

Vor der feierlichen Verpflichtung und Vereidigung versäumte es der Bürgermeisterstellvertreter Werner Schilpp auch nicht, der neuen Rathauschefin ihr künftiges Aufgabenfeld zu umreißen – sie soll demnach künftig Repräsentantin, erste Ansprechpartnerin und Vertreterin für alle Bürger, Kontaktperson zu anderen Behördenstellen, Vorsitzende im Gemeinderat, Chefin der Stadtverwaltung und vieles mehr sein. Das ist in einer Kleinstadt wie Schrozberg eine herausfordernde und anstrengende Aufgabe – Bürgermeisterstellvertreter und Stadtrat Werner Schilpp hofft, dass sich künftig alle zusammen mit der neuen Bürgermeisterin Jacqueline Förderer auf einen gemeinsamen Weg machen werden, so dass es für Schrozberg ein guter Weg werden darf.

Gespannt waren dann alle Anwesenden auf die Antrittsrede der neuen Schrozberger Bürgermeisterin, die am Ende mit großem Applaus bedacht wurde. An den Anfang stellte Bürgermeisterin Jacqueline Förderer den Dank für das gute Wahlergebnis – sie hat nach dem ersten Wahlgang besser abgeschnitten als Amtsinhaber bei Wiederwahlen erreichen, so dass sie ihr Amt mit Zuversicht und Freude angehen wird. Sie sprach viele Themen an – Breitbandausbau und Digitalisierung, Kommunale Projekte wie die Flurbereinigung Spielbach, Mensabau und Freibadplanung. Dazu war ihre klare Aussage, dass sie die begonnenen Maßnahmen zielführend weiter voranbringen möchte und auch, dass bereits Geschaffenes unbedingt erhalten werden muss. Es wird also keinesfalls eine Kehrtwende geben, sondern sie will die Arbeit ihre Vorgängers Klemens Izsak fortsetzen. Dass sie als Rednerin durchaus hohenlohischen Humor anbringen kann, bewies sie dabei auch gleich: bei seiner Verabschiedung drohte Klemens Izsak allen, die ihn künftig als Altbürgermeister bezeichnen, körperliche Gewalt an – Bürgermeisterin Jacqueline Förderer bedankte sich deshalb ausdrücklich bei ihrem Vorgänger und Altbürgermeister Klemens Izsak für seine herausragenden Verdienste für und um die Stadt Schrozberg – und er quittierte das als Gast der Feierlichkeiten mit einem vorsichtigen Lächeln, aber doch ohne Fäuste.

Ein weiterer Seitenhieb ging an die Stadt-Mitarbeiter, die letzte Woche noch besangen, dass sich die Ritter wohl im Grab umdrehen, wenn sie jetzt als Rathaus“boss“ agieren wird. Jacqueline Förderer ist sich da absolut sicher, dass das nicht passieren wird - sie will zwar Bewährtes fortsetzen und doch auch frischen Wind in die Amtsstuben bringen, der aber in die richtige Richtung blasen soll. Schlussendlich wünscht sie sich, dass Schrozberg nach vorne kommt und appelliert an alle, dabei fleißig mitzumachen.

Im Mittelpunkt des feierlichen Abends stand die Vereidigung und Verpflichtung durch Bürgermeisterstellvertreter Werner Schilpp. Bürgermeisterin Jacqueline Förderer erhob dazu feierliche ihre rechte Hand und gelobte mit der Eidesformel, Schrozberg und das Wohl der Einwohner in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit zu stellen. Die ganze Festgemeinde erhob sich zu diesem eindrücklichen Moment ehrfurchtsvoll von den Plätzen und alle zollten abschließend großen Beifall. Die Stadtkapelle sorgte für die musikalische Umrahmung und mit dem „Highland Cathedral“ war auch der Abschluss sehr feierlich.

In Schrozberg wird wohl eines üblich bleiben – kurze offizielle Veranstaltungen mit gewollt längeren geselligen Teilen, denn schon nach knapp einer Stunde konnte Bürgermeisterstellvertreter Werner Schilpp alle Anwesenden zum Imbiss bitten, um den sich dankenswerterweise die Mitarbeiter des Rathauses kümmerten – und der Teil der Veranstaltung dauerte dann tatsächlich länger !!

Diensteid