Sitzungsberichte

16. 1. 2018

Stadtbücherei Schrozberg – Erfolgsbilanz 2015

Im Vergleich zu den Büchereien in der Umgegend kann Büchereileiterin Anette Brändle auf die besten Ausleihzahlen blicken – mit 5,7 Entleihungen je Einwohner hatte die Stadtbücherei im Jahr 2014 die Nase ganz vorn, diese Zahl konnte 2015 auf 6,8 Entleihungen je Einwohner gesteigert werden.

Doch dafür reicht es bei weitem nicht aus, nur die Bücherei an den Öffnungszeiten aufzuschließen. Mit vielen Veranstaltungen hat Anette Brändle zusammen mit Monika Bauer und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern immer wieder dafür gesorgt, dass die Bevölkerung auf das Angebot der Bücherei aufmerksam gemacht wurde. Dies ist beispielsweise die „Rucksackbücherei“ für die Kindergärten – dort bekommen die Kindergärten gepackte Rucksäcke, die inhaltlich immer wieder neu bestückt werden, um sie im Kindergarten auszuleihen. Oder die Themenkisten, die von Lehrern der Schule speziell für den anstehenden Unterrichtsstoff angefordert werden können. Oder der Leseeulentreff, bei dem Kinder in die Bücherei zu bestimmten Aktionen – zumindest einmal im Monat – gelockt werden. Ein Bücherwagen im Altenpflegeheim erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Besonders hervorzuheben ist die Aktion „Heiß auf Lesen“ – bei dem Leseclubangebot in den Sommerferien haben weit mehr als 100 Kinder und Jugendliche teilgenommen. Auch der Spielenachmittag im letzten Jahr war so gut besucht, dass der Sitzungssaal im Schloss fast nicht mehr ausgereicht hat.

70 Veranstaltungen hat die Büchereileiterin in Summe auf ihrem Papier stehen, mit denen die Schrozberger Bevölkerung immer wieder auf das Büchereiangebot hingewiesen wurde – mit Erfolg, denn mit durchschnittlich 270 Ausleihen pro Öffnungstag ist in der Bücherei ein ständiges Kommen und Gehen.

Noch besser könnte es mit einem Büchereineubau werden. Der Standort in der Bahnhofstraße wäre insbesondere für die älteren Büchereinutzer, aber auch für Mütter mit Kindern wesentlich leichter zu erreichen. Auch das Angebot für die Schule – das Stichwort war Schülerbücherei – könnte noch deutlich verbessert werden.

Insbesondere das Thema „Onleihe“ war auch bei der Fragerunde für die Stadträte von Interesse. Bei diesem Angebot werden die Bücher nur noch virtuell ausgeliehen und temporär auf ein elektronisches Gerät (E-Book-Reader) gespeichert. Doch Büchereileiterin Anette Brändle ist sich ziemlich sicher, dass hier ein „Kundenkreis“ angesprochen wird, der nicht persönlich in die Bücherei kommen wird, sondern nur über das Internet agiert. Allerdings sind die Einstiegskosten derzeit mit rd. 3.000 € im Jahr nicht ganz unerheblich.

Bürgermeister Klemens Izsak selbst bezeichnet die Stadtbücherei als „Vorzeige-Infrastruktureinrichtung“, die keinesfalls ein Auslaufmodell ist. Insofern ist es sicherlich nicht falsch, in Richtung Neubau weiter zu machen. Zwischenzeitlich wurden bereits Mittel im Rahmen der Stadtsanierung bewilligt – eine Ausgleichstockförderung soll zudem noch beantragt werden. Und sollte in Zukunft tatsächlich die Entwicklung so überholt werden, dass die Bücherei überflüssig werden würde, steht das Gebäude auch für andere Nutzungen zur Verfügung.