BEKANNTMACHUNGEN

23. 7. 2017

Fahrverbot zum Schutz der Tiere und Pflanzen

Flüsse dürfen von 1. Juni bis 15. September aus Naturschutzgründen nicht bzw. nur begrenzt befahren werden 

Auch in diesem Jahr bekommen die Jagst und der Kocher während der Sommermonate im Landkreis Schwäbisch Hall eine Schonzeit – zumindest in bestimmten Abschnitten: Von 1. Juni bis 15. September ist die Jagst für Bootfahrer zwischen Crailsheim-Heldenmühle und Langenburg-Unterregenbach gesperrt. Der Kocher ist ebenfalls für Bootfahrer gesperrt, wenn der Wasserstand am Pegel Kocherstetten unter 40 cm fällt. Nicht um die Bootfahrer zu gängeln, sondern aus Gründen des Naturschutzes.

„Um die Tier- und Pflanzenwelt in diesen sensiblen Bereichen der Flüsse zu schützen, ist diese Maßnahme schlicht notwendig“, erklärt dazu Landrat Gerhard Bauer. Man wolle den Bootfahrern auf keinen Fall ihren Spaß nehmen, aber die Natur brauche im angesprochenen Bereich den Sommer über einfach den erforderlichen Schutz. „Die Freizeitkapitäne scheinen im Übrigen auch durchaus das notwendige Verständnis für die zeitweise Sperrung der Jagst und des Kochers zu haben“, lobt Franziska Weber vom Bau- und Umweltamt im Landratsamt Schwäbisch Hall. Das hat die Behörde in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt.

Während der heißen Sommermonate ist die Jagst und der Kocher mit Booten ohnehin nicht durchgängig zu befahren. Durch niedrige Wasserstände bedingt, müssen die Kanus und Kajaks immer wieder ans Ufer gebracht und der entsprechende Abschnitt zu Fuß und mit dem Boot als Gepäckstück in Angriff genommen werden. „Genau dabei aber gerät der Lebensraum vieler Pflanzen und Tierarten in Gefahr“, verdeutlicht Umweltexpertin Weber und führt weiter aus: „Durch die Sperrung soll insbesondere das empfindliche Naturpotenzial der Jagst und des Kochers, die einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für selten gewordene und gefährdete Arten darstellt, erhalten werden.“ 

Zu diesen selten gewordenen beziehungsweise gefährdeten Tierarten gehören beispielsweise Wasseramsel, Teichhuhn oder Eisvogel, aber auch bestimmte Libellenarten, gewisse Fischarten und Kleinlebewesen wie Krebse, Schnecken, Muscheln, Fliegen und Käfer. Zu den an und in der Jagst wachsenden und gefährdeten Ufer- und Wasserpflanzen zählen beispielsweise die Teichrose, die gelbe Schwertlilie sowie verschiedene Schilfgewächse. 

Einige kurze Bereiche sind von der Sperrung ausgenommen. Nähere Informationen dazu finden sich auf den Internetseiten des Landkreises Schwäbisch Hall (www.lrasha.de) unter der Rubrik Bürgerservice/Dienstleistungen unter dem Titel „Boot- und Kanufahren auf Gewässern“. Die Jagstsperrung verläuft über die Landkreisgrenzen hinaus in den Hohenlohekreis. Dort hat man für das Befahren der Jagst mit Booten eine eigene Regelungen getroffen hat, die über die Homepage des Hohenlohekreises unter www.hohenlohekreis.de abrufbar sind.