AUS UNSERER STADT

16. 1. 2018

„Das war wieder mal ein richtig schöner Abend“ – das und ähnliches waren die Abschiedsgrüße von vielen Gästen, die der Einladung der Stadt Schrozberg zur Neuauflage des Bürgerempfangs zum Neujahrsstart in Schrozberg.

Bürgermeisterin Jacqueline Förderer konnte nu n schon zum zweiten Mal zusammen mit ihrem Mann Manuel unzählige Gäste persönlich und mit Handschlag natürlich verbunden mit den besten Wünschen zum Neuen Jahr begrüßen.

Musikalisch umrahmt vom Gospelchor aus Spielbach unter der Leitung von Jörg Hutter war der einzige Programmpunkt die Neujahrsansprache der Bürgermeisterin, die zeitlich knapp und trotzdem nahezu allumfassend war – und so ließ der Abend dann auch viel Zeit für den eigentlichen Grund dieses Zusammenkommens, nämlich für persönliche Begegnungen und viele interessante Gespräche unter den sehr zahlreichen Gästen des Abends.

Bei ihrer Ansprache spannte Bürgermeisterin Jacqueline Förderer zunächst einen großen Bogen des Zeitgeschehens im Jahr 2017 über Amerika, Russland, Türkei, Korea und Großbritannien, weil Nachrichten von US-Präsident Donald Trump im Twitter-Stil im vergangenen Jahr an der Tagesordnung waren und das Weltgeschehen nicht unbedingt positiv beeinflusst haben. Auch die Geschehnisse in anderen Teilen der Welt, sei es der Brexit oder das Verhalten zahlreicher Machthaber der schon genannten Staaten waren sicherlich ebenfalls besorgniserregend.

Deutschland selbst geht es sehr gut, weist eine solide Entwicklung auf und wird gemäß dem Ergebnis einer Umfrage als wirtschaftsstärkster Staat in Europa gesehen. Dazu trägt allerdings nicht unbedingt bei, dass mehr als 3 Monate nach der Bundestagswahl immer noch keine handlungsfähige Regierung eingesetzt wurde.

Doch was auch in der Welt geschieht, hat jetzt nicht unbedingt ganz direkte Auswirkungen auf die Entwicklung in Schrozberg. Bürgermeisterin Jacqueline Förderer zog auch hier Bilanz über die Geschehnisse in unserem Kommunalwesen, schaffte es dabei aber nicht, den Umfang einer Twitter-Botschaft einzuhalten. Egal, ob es noch zu Neuwahlen auf Bundesebene kommen könnte oder nicht, in Schrozberg wird wohl trotzdem gewählt werden. Dieser Tage wurde ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, über das der Gemeinderat noch in seiner Januarsitzung entscheiden wird. Nach heutigem Stand wird das in einem Bürgerentscheid über den Neubau der Stadtbibliothek münden, was gerade die Gemüter bei den politisch Verantwortlichen und viele in der Bürgerschaft ganz schön bewegt. Die Bürgermeisterin bezog ganz klar Position und sieht die derzeitige Beschlusslage als den richtigen Weg. Mit einem Kostenaufwand von ca. 1,4 Mio. €, von denen aber letztlich 800.000 € von der Stadt aufzubringen sind, der Rest wird über Fördermittel finanziert, entsteht eine Einrichtung, von der die ganze Bevölkerung profitieren wird. Weiter wird die Schule durch den nahen Standort profitieren können und städtebaulich gesehen wird eine Baulücke geschlossen. Die neue Bücherei wird barrierefrei sein und kann ein ganz neue Perspektive bieten, vielleicht sogar zum Generationentreffpunkt werden. Deshalb steht sie voll und ganz hinter dem Projekt. Allerdings könnten die Diskussionen um Bücherei und Freibad die Bevölkerung aufspalten – und das soll keinesfalls passieren, denn Schrozberg ist eine lebendige und liebenswerte Stadt mit einem intakten Vereinsleben.

Ein Mammutprojekt soll zukunftssicher dafür sorgen, dass das auch so bleiben darf. Die Breitbandversorgung wird eines der größten Projekte überhaupt werden, denn die Kosten für die nächsten Jahre sind mit 9,8 Mio. € einzigartig in der Stadtgeschichte. Einzigartig ist auch die Förderung dazu – der Bund hat bereits fast 4,6 Mio. € zugesagt, das Land 1,8 Mio. €. Trotzdem muss die Stadt einen Eigenanteil von 3,5 Mio. € aufbringen. Aber diese zukunftswichtige Investition wird von allen Verantwortlichen mitgetragen und vorangebracht. Schon in diesem Jahr werden die Arbeiten beginnen und alle Grundstückseigentümer sollen Stück um Stück mit Glaserfaseranschluss und mit einem schnellen Anschluss an das Internet versorgt werden – dazu sollte aber möglichst jeder auch dieses Angebot nutzen, so der Appell der Bürgermeisterin.

Die Vereine sorgen für gelebten Gemeinschaftssinn, die Verwaltung möchte das aktiv unterstützen. Daher gab es 2017 erstmals einen Neubürgeremfang sowie einen Neugeborenennachmittag – das will Bürgermeisterin Jacqueline Förderer auch 2018 wieder so anbieten. Die Betriebsbesuche mit entsprechender Berichterstattung im Unter Uns wird sie ebenfalls so fortsetzen, so erfahren alle von den sicherlich interessanten Gesprächen und dem gewerblichen Angebot in Schrozberg. In die gleiche Richtung geht die Teilnahme an einem Landesprogramm, bei den alle Bürger sich einbringen können und Vorschläge für die Zukunftsentwicklung machen sollen. Ein Workshoptermin ist für den 3. März vorgesehen und die Bürgermeisterin hofft viele interessierte Teilnehmer mit vielen Ideen.

Viele weitere Themen kamen noch zur Sprache – Flüchtlingsunterbringung und –betreuung, die Fortsetzung der Stadtsanierung, die Fortentwicklung des Feuerwehrwesens mitsamt der Strukturveränderung, Bauprojekte wie die laufende Sanierung der Nonnenwaldstraße und bald der Blaufeldener Straße sowie der Vorbachstraße, der Einbau eines Aufzuges im Rathaus mitsamt dem schon begonnen Austausch aller 242 Fenster, der Freibadsanierung bzw. der erneuten Antragsstellung für entsprechende Fördermittel und auch die Ganztagesbetreuung im Kindergarten, die jetzt 2018 möglich wird.

Alles Projekte und Maßnahmen, die Schrozberg voranbringen sollen – und dass das Erfolg hat, zeigt sich am derzeitigen Bauboom. Stolz konnte Bürgermeisterin Förderer darauf verweisen, dass seit Anfang des Jahres 2017 neue Baugrundstücke im Baugebiet „Brühl-Nord“ zur Verfügung stehen. Sage und schreibe 4 Plätze von 26 sind noch zu haben, 10 sind bereits verkauft, 12 schon reserviert. Mit einem Abenteuerspielplatz genannt „Piratenbucht“ zwischen Kunstrasenplatz und dem Parkplatz an der Stadthalle wird es bald eine neue Attraktion für diese und alle Eltern bzw. deren Kinder in Schrozberg geben. Für später sind dort sogar noch Bewegungsangebote für Senioren angedacht.

Es ist also viel los im kommunalen Geschehen, so dass Bürgermeisterin Jacqueline Förderer mit dem Zitat von US-Präsident Thomas Woodrow Wilson den Nagel auf den Kopf getroffen hat – der stellte nämlich fest:  „Wer keine Vision hat, vermag weder große Hoffnung zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen“ – das ist wohl viel Wahres dran.

Wer jetzt diesen Bericht liest und denkt, das wäre ein langer Abend gewesen, der hat wohl recht – aber nicht wegen der Dauer der Ansprache von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer. Sie schaffte den Rundumschlag durch das Welt- und Stadtgeschehen in weniger als einer halben Stunde. Wie gewollt blieb viel Zeit für den eigentlichen Grund des Zusammenkommens: angeregte Begegnungen und gute Gespräche in gelebter Gemeinschaft.