AUS UNSERER STADT

19. 11. 2017

Der hohenloher Besserwisser Gerd Ferz bewies einmal mehr, dass er mit quasi fast Nichts die Bühne füllen und die Hohenloher begeistern kann. Seine Bühnenrequisiten bestanden aus einem Stehtisch und einem Glas Apfelschorle. Seit 10 Jahren steht Stefan Walz als Gerd Ferz auf den Bühnen und feie rt mit einem "Best of" dieses Jubiläum. Es ist ein Abend mit den Highlights der letzten vier Programme und brachte die Zuschauer zum fast pausenlosem Lachen und Kichern. Die Bewirtung übernahm der Arbeitskreis Asyl.

 

Der gebürtige Niederstettener schlüpft mit Haut und Haaren in die Rolle des verschrobenen Gerd Ferz, trägt andere Kleidung, trinkt sogar andere Getränke und ändert Mimik und Gestik komplett ab, so dass nicht ein Funken vom privaten Stefan zu sehen ist. Er schreibt seine Texte zu 100 Prozent selbst und schafft es, ohne Regisseur ein unterhaltsames, abendfüllendes Programm auf die Beine zu stellen. Dabei hat er auch einen ganz strengen Zeitplan. Drei Monate vor der Premiere eines neuen Programmes beginnt er mit dem Schreiben und vier Wochen vorher startet er mit dem Auswendiglernen und Proben.

Zur Begrüßung stellt der Kabarettist gleich mal fest, dass er am heutigen Abend lieber in Niederstetten bei einer anderen Veranstaltung gewesen wäre als in Schrozberg und bedauerte gleichzeitig die Kultursaalgäste, dass sie ebenfalls etwas Besseres erwartet hätten als ihn. „…aber jetzt sin mir scho da, und do miass mer jetzt durch.“ Von der ersten Sekunde an hatte Gerd Ferz es bereits geschafft, das Publikum für sich zu gewinnen. Er wurde ab da mit viel Szenenapplaus und fast ständigem Lachen belohnt. Einmal ging er sogar von der Bühne ab, damit sich die Zuschauer wieder beruhigen konnten. Mit seiner bestimmenden motzigen aber naiven Art befand er sich immer zwischen Empathie und Unsympath. Gerd Ferz philosophiert über VHS-Kurse, Lehrerinnen mit Doppelnamen, einer Betriebsfeier nach dem Streit mit dem Chef und einem Wellnesswochenende mit Bruder MaMPfred. Natürlich durfte als hohenloher Original die Muswiese auch nicht fehlen. Der liebenswürdige Unsympath bearbeitete Themen, die sehr ernst sind und zum Nachdenken anregten. Von häuslicher Gewalt bis hin zur Tierquälerei, selbstverständlich gekonnt in Humor verpackt. So erzählt Gerd Ferz: „Fleisch is sehr gsund. Was die Tiere so alles an Medikamente Intus haben! Wenn i Koupfweh hob, ess i a Schnitzel. Da sprechen wir in dem Zusammenhang vom Pharmaschinken.“

Hohenlohe kann wirklich stolz darauf sein, einen eigenen Kabarettisten zu haben, der Gesellschaftskritisches so verpacken kann, dass man herzzerreißend lachen und nachdenken gleichzeitig kann.