AUS UNSERER STADT

23. 7. 2017

Alle paar Jahre gelingt es dem jeweils Festverantwortlichen zum Jacobi-Sommerfest in Schrozberg einen prominenten Politiker zu locken. Diesmal war es der TSV-Schrozberg zusammen mit dem CDU-Stadt- und Kreisverband, der die Festtage mit einem politischen Abend im Festzelt einläuten konnte. Ka nzleramtsminister und Minister für besondere Aufgaben Peter Altmaier kam und sorgte für politische Stimmung im Festzelt schon ganz im Zeichen des Bundestagswahlkampfes.

Nach dem Protokoll für den Abend stand nach dem Einmarsch ins Zelt die Begrüßung durch den Festwirt und TSV-Vorstand Steffen Zobel. Dieser stellte nicht ganz ohne Stolz seinen Verein vor und hob hervor, dass die rd. 1000 Mitglieder nicht nur Sport machen, Flüchtlingsintegration betreiben und junge Mitbürger als Nachwuchs heranziehen, sondern auch ein Jacobi-Fest stemmen. Bürgermeisterin Jacqueline Förderer war die nächste am Rednerpult. Sie wollte nicht nur dem Minister, sondern auch den weiteren anwesenden Abgeordneten zum einen Schrozberg als aufstrebende Stadt im ländlichen Raum mit guter Entwicklung präsentieren, zum anderen aber auf spezifische Probleme wie den Breitbandausbau und der Bevölkerungsveränderung hinweisen, die die Stadtoberen nicht gänzlich allein lösen können, sondern auf einige Unterstützung aus der Politik auf Bundes- und Landesebene angewiesen sind. Als Vorschuss für die erbetene Unterstützung hatte der prominente Gast dann die Ehre, sich im Goldenen Buch der Stadt Schrozberg eintragen zu dürfen.

CDU- Stadtverbandsvorsitzender Lothar Mühlenstedt durfte noch vor dem Minister ans Rednerpult und musste sich erst für seine Garderobe rechtfertigen – doch auch ein schwarzer Politiker darf bunt sein – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bekannt für ihre farblich wechselnden Jacken und damit kann doch auch er Liberalität beweisen und ein grünes Hemd mit grüner Krawatte tragen. Das fast volle Festzelt unterstützte das mit wohlwollendem Beifall. Der CDU-Verantwortliche erneute die Forderungen an die Politik zur Unterstützung der Landwirtschaft, Ausbau der Breitbandversorgung und den Nachholbedarf im Straßenbau. Und eines soll und darf nach der Bundestagswahl keinesfalls passieren – das war dem CDU-Mann mit die wichtigste Botschaft: das Innen- und vor allem das Landwirtschaftsressort auf Bundes- und auch Landesebene darf künftig keinen grünen Minister mehr haben.

Als der Minister dann an das Rednerpult auf der Bühne im Jacobi-Zelt trat, machte er sich erst einmal Luft – er legte sein Sakko zur Seite und krempelte die Hemdsärmel hoch. Und schon mit ersten Bemerkung hatte er beim Beginn einer passenden Festzeltrede das Publikum gleich hinter sich – Müntefering und Joschka Fischer zusammen mit Rezzo Schlauch waren auch schon in Schrozberg, aber kurze Zeit später weg von der politischen Bühne, das hat ihm schwer zu denken gegeben und trotzdem ist er gekommen.

Für den zweiten Lacher im Publikum sorgte die Feststellung des prominenten Politikers, dass er bei insgesamt 15 Minister in der Bundesregierung keinesfalls der wichtigste ist – aber, und das sagte er so überzeugt und selbsterhaben, er ist ohne jeden Zweifel der „gewichtigste“ der ganzen Ministerriege. Damit schaffte Minister Peter Altmaier den Spagat von politischem Vortrag zu einem gemütlichen Unterhaltungsabend im Festzelt – er hatte die Zuhörer auf seiner Seite und die Botschaften kamen an.

Es folgte eine Salve von vielen Themen, die sicherlich im weiteren Wahlkampf noch mehr Beachtung finden werden – Beschäftigungspolitik und Arbeitslosenentwicklung, Autobahn- und Straßenbau, Weiterentwicklung des europäischen Gedankens und auch der inneren Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Haushaltspolitik  - um jetzt mal einige der vielen Themen zu nennen. Zum Schluss der gut einstündigen aber sehr kurzweiligen, teilweise sogar recht kämpferischen Rede stand die Feststellung, dass es uns allen in Europa wie auch Deutschland sehr gut geht. Dass es auch Menschen gibt, denen es schlecht geht, will der Minister dabei aber nicht in Abrede stellen, aber es handelt sich dabei nicht um eine Mehrheit der Bevölkerung, auch wenn das von anderen politischen Lagern gerne so dargestellt wird.

Klar war die Botschaft zum Schluss – Jede Partei will Wahlen gewinnen und darum rief Minister Peter Altmaier ganz zum Schluss von der Bühne ins volle Festzelt: Leute, wählt bei der Bundestagswahl 2017 die CDU, denn die Partei ist das Beste, was uns passieren kann.

Das Beste aus Hohenlohe hatte Dr. Katrin Heinritz, die CDU-Kreisvorsitzende im Landkreis Schwäbisch Hall im Gepäck. Sie bedankte sich bei Minister Peter Altmaier für sein Kommen, indem sie ihn mit Leckereien aus der Region versorgte – und dass er kein Kostverächter ist, hätte Peter Altmaier doch gar nicht noch extra betonen brauchen. Kein Wunder, dass der Politiker absolut sympathisch wie auch volksnah ankam und dafür herzlichen Beifall bekam. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten war ebenfalls noch auf der Bühne und unterstrich nochmals die Bemerkungen seines politischen Mitstreiters : Nach dem Motto: das beste kommt zum Schluss hatte von Stetten eine sehr positive Nachricht mit dabei: im Straßenbau konnte nämlich ein Mammutschritt getan werden, indem die Autobahn A 6 von Heilbronn Richtung Nürnberg komplett 6-spurig ausgebaut werden soll. Dafür gab es natürlich zustimmenden Beifall.

 

Nach dem gemeinsamen Anstimmen der Deutschlandhymne, musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle Schrozberg, die auch vorher und nachher noch bekannte Melodien anstimmte, folgte ein Bad in der Menge, viele Gespräche mit Besuchern und  Selfieaufnahmen mit dem jungen Publikum. Erst spät entschwand Minister Peter Altmaier, aber nicht ohne den Sicherheitskräften wie auch der Polizei die Hand zu schütteln  - denn nach Hamburg und den Ausschreitungen sind friedliche Veranstaltungen nicht mehr selbstverständlich. In Schrozberg war aber nur der Minister kämpferisch, sonst verlief alles sehr, sehr friedlich !